Nahostkonflikt treibt DIY-Preise
Warum Heimwerken jetzt deutlich teurer wird
10.04.2026 – 15:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Werkzeuge, Farben und Gartenmöbel könnten bald teurer werden. Doch nicht jede Preiserhöhung hat einen klaren Grund.
Die Krise im Nahen Osten macht sich bei Heimwerkern, Gärtnern und Bastlern inzwischen direkt im Geldbeutel bemerkbar. Laut dem Herstellerverband Haus & Garten e. V. treiben vor allem steigende Preise für Aluminium und wichtige Kunststoffe die Kosten für Werkzeuge, Gartenmöbel und Baumaterialien spürbar nach oben.
Gleichzeitig verteuern sich Transport und Fracht deutlich. Produkte kommen verzögert und oft zu höheren Preisen in die Regale. Wer den Zaun reparieren, das Beet neu anlegen oder kreativ werkeln möchte, muss sich auf steigende Kosten einstellen. Doch sind diese Preissprünge wirklich immer gerechtfertigt?
Kostenexplosion bei Rohstoffen, Energie und Transport
Laut Herstellerverband Haus & Garten e.V. zeichnet eine aktuelle Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen ein angespanntes Bild. Vor allem drei Faktoren treiben die Preise in die Höhe: Rohstoffe, Energie und Logistik.
Rund zwei Drittel der Unternehmen melden bereits Preissteigerungen von zehn bis 20 Prozent. Ähnlich stark steigen auch die Fracht- und Logistikkosten. Für viele Produkte aus dem DIY-Bereich spielen Transportkosten eine große Rolle – entsprechend stark wirken sich teurere Kraftstoffe und knapper Frachtraum aus.
Auch Energie wird zunehmend zum Kostentreiber. Viele Hersteller berichten von steigenden Ausgaben, meist im einstelligen, teils aber schon im zweistelligen Prozentbereich. Diese Mehrkosten geben die Firmen häufig an Verbraucher weiter.
Aluminium, Kunststoff – und extreme Preissprünge
Besonders stark steigen laut Verband die Preise einzelner Rohstoffe. Aluminium verteuert sich vielerorts zweistellig. Noch deutlicher fallen die Zuwächse bei Kunststoffen wie Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) und Polystyrol (PS) aus – hier berichten Unternehmen von Anstiegen zwischen 30 und 50 Prozent.
Teilweise sind die Ausschläge sogar extremer. „Einzelne Hersteller melden uns Preissteigerungen von bis zu 250 Prozent bei Hartmetallen, zwischen 50 und 100 Prozent bei mineralischen Ölen und 100 Prozent bei HSS (High Speed Steel, auf Deutsch: Schnellarbeitsstahl)“, sagt Norbert Lindemann, Geschäftsführer des Herstellerverbandes Haus & Garten e. V. Auch Dämmstoffe und lösemittelbasierte Vorprodukte hätten sich teils um bis zu 60 Prozent verteuert.
Diese starken Schwankungen erschweren die Planung für viele Unternehmen erheblich. Gleichzeitig mahnt Lindemann zur Zurückhaltung: Nicht jede Preissteigerung lasse sich allein durch den Nahostkonflikt erklären. Der Verband appelliert daher an Rohstofflieferanten, auf „unverhältnismäßige Erhöhungen mit spekulativen Sicherheitsaufschlägen“ zu verzichten.
Was jetzt teurer wird – und was noch droht
Für Verbraucher könnten sich die höheren Kosten bald konkret bemerkbar machen. Besonders betroffen sind dem Verband zufolge Aluminiumprodukte wie Leitern, Profile, Gewächshausrahmen oder Gartenmöbel.
Auch Kunststoffwaren – etwa Eimer, Planen, Rohre oder Gartenwerkzeuge – dürften teurer werden. Gleiches gilt für chemische Produkte wie Dünger, Farben, Lacke und Klebstoffe. Diese gelten als besonders energieintensiv in der Herstellung und reagieren empfindlich auf steigende Gas- und Ölpreise.
