Der Sportmarkt hat sich aufgrund von Angebot und Nachfrage also weiterentwickelt, Mario Basler dagegen nicht. Im Gegenteil. Baslers sexistische Haltung zeigt: Er ist in der Vergangenheit stecken geblieben. In patriarchalen Strukturen, die in der heutigen Gesellschaft längst nichts mehr verloren haben.
Anstatt die Entwicklung zur Kenntnis zu nehmen, reagiert Basler mit Abwehr und verhält sich wie ein trotziges Kind. „Es ist kein Frauensport“, sagt er. Das ist keine Argumentation, er schließt schlichtweg einen gesamten Sport mitsamt seinen Spielerinnen aus. Und seine Provokationen bewirken genau das Gegenteil dessen, was er eigentlich kleinreden will: Jede empörende Aussage, jede Debatte darüber lenkt zusätzliche Aufmerksamkeit auf den Frauenfußball als festen Bestandteil der heutigen Sportwelt.
Das eigentliche Problem ist also nicht, dass Basler Frauenfußball nicht mag. Es ist die Selbstverständlichkeit, mit der er einen gesamten Sport für ungültig erklären will. Als würde Mario Basler, der 1996 Europameister geworden ist und dafür nicht mal eine Minute auf dem Platz gestanden hat, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entfaltung im Alleingang aufhalten können.
Lotte Specht gründete 1930 das erste Frauenteam, weil Frauen auch das können, was Männer können – im Falle Baslers sogar noch besser. Alexandra Popp wurde 13 Mal Pokalsiegerin, Vizeeuropameisterin und siebenmal deutsche Meisterin. Ariane Hingst sogar zweimal Weltmeisterin und viermal Europameisterin. Der Frauenfußball braucht keine Legitimation mehr, er ist längst etabliert. Wer das nicht aushält, beschreibt in erster Linie den eigenen Stillstand.










