Winter bremst Arbeiten aus
ICE-Strecke Hamburg-Berlin: Baustelle wird Endlos-Projekt
Aktualisiert am 16.02.2026 – 17:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Bahnreisende zwischen Hamburg und Berlin müssen sich noch länger auf Einschränkungen einstellen. Die Arbeiten werden nicht bis Ende April fertig.
Der Abschluss der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich auf unbestimmte Zeit. Wegen der Winterwitterung in den vergangenen Wochen sei der geplante Fertigstellungstermin Ende April nicht zu halten, teilte die Deutsche Bahn mit. Besonders betroffen sei der Kabeltiefbau für die Signalanlagen – hier gebe es massive Rückstände.
Die Verbindung führt durch fünf Bundesländer und zählt zu den wichtigsten Achsen im deutschen Bahnnetz. Täglich nutzen rund 30.000 Fahrgäste im Fernverkehr die Strecke, insgesamt fahren hier täglich etwa 470 Züge.
Während der Sperrung wird der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Folge: verlängerte Fahrtzeiten von bis zu 45 Minuten. Statt zwei ICE-Verbindungen pro Stunde gibt es nur noch eine. Die Bahnhöfe Ludwigslust und Wittenberge werden gar nicht mehr bedient.
Auch im Regionalverkehr fällt ein Großteil der Verbindungen weg oder fährt nur auf Teilabschnitten. Die Deutsche Bahn hat einen Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Doch dieser bedeutet für viele Pendler eine deutliche Mehrbelastung: Wer von Wittenberge nach Berlin will, braucht jetzt dreieinhalb statt anderthalb Stunden. Von Perleberg nach Berlin dauert die Fahrt drei statt zwei Stunden.
Die Sanierung der Strecke Hamburg–Berlin ist Teil einer großangelegten Modernisierungsoffensive. Bis 2030 sollen über 40 stark genutzte Korridore grundlegend erneuert werden.
Den Anfang machte 2024 die sogenannte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Doch die Verbindung Hamburg–Berlin gilt wegen ihrer Länge und Komplexität als deutlich größere Herausforderung.









