Baggerfahrer sollen Buckelwal retten
„Das erste Mal, dass wir einem Wal helfen“
Aktualisiert am 26.03.2026 – 16:08 UhrLesedauer: 2 Min.
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Seit Tagen sitzt ein Buckelwal in der Ostsee fest. Nachdem erste Rettungsversuche gescheitert sind, soll er jetzt mit schwerem Gerät befreit werden. Die Baggerfahrer erklären, was schiefgehen kann.
Mit zwei Baggern wollen Helfer den Buckelwal vom Timmendorfer Strand seit dem Donnerstagmorgen von der Sandbank befreien. Die Aktion dauert am Donnerstagnachmittag noch an. Ziel ist, dass der Wal so wieder den Weg ins Meer findet.
Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, haben die Helfer zunächst versucht, in der Sandbank eine Rinne vor dem Kopf des Tiers zu graben. Anschließend wurde mit einem schwimmenden Schaufelbagger der Sand um das Tier herum abgetragen. Ein zweiter Bagger baut parallel dazu eine Sandrampe – damit die Helfer näher an den Wal herankommen.
Wie die Walexpertin Stephanie Groß der dpa erklärt, sei das Tier motiviert, sich zu befreien. Die Rinne sei allerdings bisher nur unvollständig – den Baggerfahrer falle es schwer, sich in dem trüben Wasser zu orientieren. Nun soll die geplante Rinne mit Bojen markiert werden.
Der an der Rettung beteiligte Baggerfahrer Lars Hoppe erklärt im Vorfeld der „Bild“-Zeitung: „Das ist tatsächlich das erste Mal, dass wir jetzt versuchen, einem Wal zu helfen.“ Normalerweise würden er und sein Team schweres Gerät wie etwa Munition aus dem Meer bergen. Bagger sicher ins Wasser zu bringen sei für sie deswegen Routine.
Der Baggerfahrer Tim Löhndörfer von der ebenfalls an der Rettungsaktion beteiligten Firma Ökologischer Gewässerdienst Wandhoff erklärte der dpa, der Wind und die Strömung seien bei der Aktion eine besondere Herausforderung.
Der Wal sitzt seit Montag auf der Sandbank fest. Ein erster Rettungsversuch war am Dienstag bereits nach kurzer Zeit gescheitert: Die Wasserschutzpolizei wollte mit einem Saugroboter die Sandbank lösen. Schnell stellte sich aber heraus, dass der Sand zu fest ist.
Am Mittwoch hatten Messungen ergeben, dass der Wal größer ist als bisher angenommen: Wie Joseph Schnitzler vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung erklärte, ist das Tier vermutlich zwischen 12 und 15 Metern lang und rund 15 Tonnen schwer.
