Trentino in Italien
Scheinangriff: Bärin mit Jungen bedroht Wanderer
24.06.2026 – 15:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Bärin mit drei Jungtieren hat im Trentino Wanderer mit ihrem Brüllen erschreckt. Die Begegnung ging glimpflich aus. Die Provinzregierung erinnert Wanderer an das richtige Verhalten.
In der italienischen Region Trentino ist es am Sonntag zu einer gefährlichen Begegnung zwischen einem wandernden Paar und einer Bärin mit drei Jungen gekommen. Nach einem Bericht des TV-Senders Rai stießen die Wanderer auf einer Forststraße in der Nähe der Gemeinde San Lorenzo Dorsino auf die Bärenmutter. Die Regierung der Provinz Trentino informiert und warnt auf ihrer offiziellen Seite: „Nach ersten Erkenntnissen führte die Bärin einen sogenannten Scheinangriff aus und stoppte erst in unmittelbarer Nähe der Wanderer – in einem Abstand von etwa einem Meter.“
Ein solcher Scheinangriff sei eine typische Reaktion von Bärenmüttern zum Schutz ihrer Jungen. „Das Tier sucht dabei keinen körperlichen Kontakt, sondern versucht, eine als Bedrohung wahrgenommene Gefahr auf Distanz zu halten und zu vertreiben“, heißt es weiter. Die Wanderer seien, abgesehen vom Schrecken, unverletzt davongekommen, schreibt die Behörde.
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Frühere Begegnung mit einem Bären
Der letzte Fall einer „Nahbegegnung“ mit einem Bären ereignete sich am 26. Mai in einem Waldgebiet nur 15 Kilometer von der Gemeinde San Lorenzo Dorsino entfernt, bringt die Tageszeitung „Corriere del Trentino“ in Erinnerung. Damals hatte eine 30-jährige Frau im Wald Rast gemacht. „Als sie ein Rascheln hörte, drehte sie sich um, weil sie zunächst einen Menschen vermutete. Stattdessen stand plötzlich nur wenige Meter von ihr entfernt ein Bär“, so die Zeitung. Die Frau erschrak und ergriff sofort von Adrenalin getrieben die Flucht, heißt es weiter. Aufgrund der hektischen Situation habe sie nicht zurückgeblickt. Deshalb blieb unklar, ob der Bär sie verfolgte oder nicht.
War das Verhalten der Frau richtig? Die Provinzregierung von Trentino warnt davor, wegzulaufen.
Sichtkontakt mit einem Bären: So verhalten Sie sich richtig
- Nicht rennen: Weglaufen löst den Jagdinstinkt des Bären aus.
- Präsenz zeigen: Bleiben Sie ruhig stehen und sprechen Sie mit normaler, ruhiger Stimme. So erkennt der Bär, dass Sie ein Mensch sind.
- Langsam zurückziehen: Weichen Sie langsam rückwärts aus, ohne dem Bären den direkten Blickkontakt zu nehmen.
- Auf Bäume klettern zwecklos: Bären sind exzellente Kletterer, ein Baum bietet keine Sicherheit.
Konfrontation mit einem Bären: So verhalten Sie sich richtig
- Aufgerichteter Bär: Wenn sich das Tier auf die Hinterbeine stellt, ist das meist keine Aggression, sondern reine Neugier, um Sie besser wahrzunehmen.
- Aggressives Verhalten: Falls der Bär knurrt, die Ohren anlegt oder mit den Zähnen klappert, machen Sie sich langsam und vorsichtig so klein wie möglich.
- Im Ernstfall „tot stellen“: Sollte es tatsächlich zu einem Angriff kommen, legen Sie sich flach auf den Bauch, die Beine leicht gespreizt für eine sichere Haltung, und verschränken Sie die Hände fest im Nacken. Ein Rucksack kann dabei Ihren Rücken schützen.
Die Italiener verweisen auch darauf, dass es in Bärengebieten angebracht ist, als Wanderer ein wenig Lärm zu machen. Unterhalten Sie sich laut, damit das Tier erkennt, dass Menschen unterwegs sind, heißt es. Ein Glöckchen am Rucksack oder an der Ausrüstung kann ebenfalls helfen. So können Menschen Bären die Gelegenheit geben, Ihnen frühzeitig aus dem Weg zu gehen.
