Bas will Arbeitszeitregel lockern
Arbeitstage könnten bald länger werden
06.05.2026 – 22:53 UhrLesedauer: 1 Min.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas will die Regeln zur Arbeitszeit flexibler machen. Gewerkschaften warnen vor längeren Arbeitstagen.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas will im Juni einen Gesetzentwurf zur Lockerung des Acht-Stunden-Arbeitstages vorlegen. Teil des Gesetzespakets werde auch die Einführung einer elektronischen Arbeitszeiterfassung sein, sagte die SPD-Co-Chefin am Mittwoch in der Befragung der Bundesregierung im Bundestag. Diese sei wichtig, um Beschäftigte in Bereichen ohne starke Mitbestimmung vor Ausbeutung zu schützen, etwa bei Paketdiensten.
Bas betonte, es gehe nicht darum, die Arbeitszeiten allgemein auszuweiten. Ziel sei vielmehr, vor allem Frauen und jungen Vätern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.
Die geplante Änderung des Arbeitszeitgesetzes stößt bei den Gewerkschaften auf scharfe Kritik. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, statt einer täglichen künftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ermöglichen.
„Ob die Regierung das wirklich noch durchzieht, wird man sehen“, sagte DGB-Chefin Yasmin Fahimi jüngst der „Süddeutschen Zeitung“. „Ich kann davon nur abraten.“
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte bereits im Januar auf eine schnelle Umsetzung gedrängt. Sie sprach sich für eine wöchentliche Höchstarbeitszeit für alle Branchen aus.
Bislang gilt nach dem Arbeitszeitgesetz in der Regel eine tägliche Arbeitszeit von acht Stunden bei einer 48-Stunden-Woche als Obergrenze. Gespräche mit Arbeitgebern und Gewerkschaften hätten nach früheren Angaben des Ministeriums gezeigt, dass die Positionen weit auseinanderlägen.
