„Nur ein Hauptschulabschluss“
Bas spricht über Anfeindungen wegen Schulabschluss
Aktualisiert am 24.02.2026 – 17:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Bärbel Bas hat es bis ins Merz-Kabinett geschafft – doch ihr Bildungsweg wurde ihr immer wieder vorgehalten. Jetzt fordert sie faire Chancen für alle.
Im Gegensatz zu vielen Kollegen im Bundestag hat die Ministerin kein Studium beendet, sondern einen Hauptschulabschluss erlangt. Auch dieser Bildungsweg sei „nicht so einfach“, so Bas. „Man wird auch angefeindet“, erklärte sie im Talkformat des Senders n-tv.
Man müsse so einiges aushalten auf der Strecke, die sie zurückgelegt habe, berichtet die SPD-Vorsitzende. „So nach dem Motto: Was soll das schon sein? Nur ein Hauptschulabschluss.“ Man müsse das Selbstvertrauen, das es brauche, um damit umzugehen, erst mal aufbauen.
Bärbel Bas begann ihren beruflichen Werdegang nach dem Hauptschulabschluss 1984 mit einer Ausbildung zur Bürogehilfin und arbeitete viele Jahre als Sachbearbeiterin im Gesundheits- und Personalwesen. 2009 zog sie erstmals in den Deutschen Bundestag ein. Von Oktober 2021 bis März 2025 war sie Bundestagspräsidentin und ist im Kabinett Merz Bundesministerin für Arbeit und Soziales.
Bas betonte, dass ihre Partei ihr viel ermöglicht habe. „Da bin ich auch sehr, sehr dankbar.“ Gleichzeitig habe sie auch „viel Glück gehabt“ und sei immer wieder auf Menschen getroffen, „die in mir vielleicht was gesehen haben, was ich vielleicht selber gar nicht so in mir selbst gesehen habe“.
Vom Glück sollten zukünftige Karrieren in der Politik aber nicht mehr abhängen, findet Bas. Sie wolle, „dass wir auch Strukturen schaffen“, die es Menschen wie der „damaligen kleineren Bärbel“ ermöglichten, es in diesem Leben zu schaffen.
Tatsächlich hat der Großteil der Bundestagsabgeordneten, nämlich 81 Prozent, mindestens einen Studienabschluss, wie die University of Europe for Applied Sciences 2025 ermittelte. Bei der CDU/CSU ist der Akademikeranteil mit 90,8 Prozent am höchsten, bei der AfD mit 60,9 Prozent am niedrigsten. Die SPD reiht sich mit 87,5 Prozent in der Mitte ein.
