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Home » Autozulieferer will 180 Jobs in Gründau in Hessen streichen
Wirtschaft

Autozulieferer will 180 Jobs in Gründau in Hessen streichen

MitarbeiterBy MitarbeiterAugust 12, 2026
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Autozulieferer will 180 Jobs in Gründau in Hessen streichen

Produktion geht ins Ausland

Autozulieferer Lear streicht 180 Stellen in Deutschland

12.08.2026 – 21:43 UhrLesedauer: 2 Min.

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Sitz der Lear Corporation in Shanghai (Archivbild): Das Unternehmen will künftig nicht mehr in Deutschland produzieren. (Quelle: IMAGO/CFOTO/imago)

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In Gründau bei Lear bleibt der Entwicklungsbereich – doch die Fertigung soll verschwinden. Betriebsrat und IG Metall kündigen Widerstand an und verweisen auf Zusagen und Tarifschutz.

Der US-Autozulieferer Lear will seine Produktion im hessischen Gründau einstellen. Die dort bislang ausgeführten Arbeiten und Maschinen sollen in die Slowakei, nach Serbien und Tunesien verlagert werden, wie die IG Metall mitteilte. Rund 180 Arbeitsplätze sind von den Plänen betroffen. Der Stellenabbau soll möglichst bald beginnen und bis Mitte 2027 abgeschlossen sein.

Der Standort wird allerdings nicht vollständig geschlossen. Rund 120 Beschäftigte im Entwicklungsbereich sollen nach Angaben der Gewerkschaft weiterhin in Gründau arbeiten.

Betriebsrat und IG Metall wollen gegen die Pläne vorgehen. Betriebsratschef Markus Rotter bezeichnete die Ankündigung als „Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“. Bei der Übernahme des früheren Familienunternehmens I.G. Bauerhin durch Lear vor knapp drei Jahren sei der Belegschaft zugesichert worden, dass alles beim Alten bleibe.

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Gewerkschaft verweist auf Vereinbarung

Erst im vergangenen Jahr hatten Lear und die IG Metall eine tarifliche Vereinbarung für den Standort geschlossen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind betriebsbedingte Kündigungen dadurch bis Ende 2026 ausgeschlossen. Zugleich habe sich das Unternehmen verpflichtet, über eine schrittweise Annäherung an die Tarifverträge der hessischen Metall- und Elektroindustrie zu verhandeln.

Die Gespräche seien allerdings seit Monaten nicht vorangekommen, erklärte Matthias Ebenau, Geschäftsführer der IG Metall Hanau-Fulda. Gewerkschaft und Betriebsrat wollen Lear nun ein alternatives Konzept vorlegen und versuchen, die Produktion in Gründau zu erhalten. Eine Stellungnahme des Unternehmens zu den Vorwürfen lag zunächst nicht vor.

In Gründau werden unter anderem Sitz-, Lenkrad- und Flächenheizungen sowie Sensoren und Elektronik für die Autoindustrie entwickelt und gefertigt. Das Werk war der Stammsitz des traditionsreichen Familienunternehmens I.G. Bauerhin, das Lear vor knapp drei Jahren übernahm. In Spitzenzeiten arbeiteten dort mehr als 700 Menschen.

Weitere Industriearbeitsplätze gefährdet

Die Entscheidung trifft den Main-Kinzig-Kreis in einer schwierigen Phase. In unmittelbarer Nachbarschaft wurde bereits im vergangenen Jahr das Werk des Baumaschinenherstellers Putzmeister geschlossen. Beim US-Medizintechnikkonzern Thermo Fisher im benachbarten Langenselbold wird zudem über einen größeren Stellenabbau verhandelt.

Lear gehört zu den großen Autozulieferern weltweit. Der US-Konzern beschäftigt rund 164.000 Menschen und erzielte zuletzt einen Umsatz von mehr als 20 Milliarden US-Dollar.

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