Malerischer Dolomitenpass
Südtirol: Hier dürfen bald keine Autos mehr durch
24.03.2026 – 14:54 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Pläne für eine Sperrung des Grödner Jochs in Südtirol nehmen offenbar konkrete Formen an. Ab September 2026 könnte die beliebte Passstraße zur verkehrsberuhigten Zone werden.
In Südtirol setzen immer mehr Gemeinden dem Massenansturm an Reisenden klare Grenzen. Die Gemeinden in Gröden und im Gadertal haben jetzt einen gemeinsamen Plan gegen die Verkehrsbelastung auf ihren Dolomitenpässen ausgearbeitet, das berichten der italienische TV-Sender Rai und andere örtliche Medien. Ziel sei es, auf dem Grödner Joch, einer malerischen und viel befahrenen Passstraße, eine verkehrsberuhigte Zone einzuführen.
Was in vielen Städten bereits gängige Praxis ist, soll nun auch in den Dolomiten eingeführt werden. Eine erste Testphase ist den Angaben zufolge für den Herbst geplant. Seit 30 Jahren spreche man über ein gemeinsames Konzept, sagte Ernest Cuccarollo, Gemeindereferent von Wolkenstein, Rai. Jetzt liege es auf dem Tisch. Seine Gemeinde habe das Konzept bereits genehmigt. In Corvara stehe der Beschluss in der nächsten Woche auf der Tagesordnung. Auch alle anderen Gemeinden der beiden ladinischen Täler hätten ihre Zustimmung signalisiert.
Konkret sieht das Konzept vor, die Durchfahrt für motorisierte Fahrzeuge – bis auf wenige, bislang nicht explizit genannte Ausnahmen – zu sperren. Start der Testphase soll der 1. September 2026 sein. Sie soll für fünf Monate bis zum 1. Februar 2027 gelten. Sollte das Durchfahrtsverbot tatsächlich in Kraft treten, hätten Sommerurlauber noch freie Fahrt, Wintersportler wären aber betroffen.
Natur- und Heimatschützer sowie Anwohner begrüßen den Vorstoß. Georg Simeoni, Präsident des Alpenvereins AVS, sagte „Südtirolnews“: „Für uns als Alpenverein ist dies ein historischer Moment. Seit Jahrzehnten weisen wir auf die Belastungsgrenzen der Dolomitenpässe hin. Die Einführung einer verkehrsberuhigten Zone am Grödner Joch bedeutet einen entscheidenden Fortschritt für die Erhaltung dieser einmaligen Naturlandschaft.“
Exakte, öffentlich verfügbare Statistiken zur jährlichen Gesamtzahl der Ausflügler und Reisenden speziell auf dem Grödner Joch gibt es nicht. Als Teil der stark frequentierten Sellarunde in den Dolomiten ist das Joch jedoch ein touristischer Hotspot mit sehr hohem Verkehrsaufkommen, besonders im Sommer und während der Skisaison.
Motorräder und Pkw, die teilweise Stoßstange an Stoßstange über den Pass fahren und Staus, Lärm und Schmutz verursachen, sehen Anwohner schon länger kritisch. Neuerdings fallen außerdem Wohnmobile und Camper mitsamt ihren Hinterlassenschaften vor Ort negativ auf.










