Vorsicht vor Berührungen

Aggressive Pflanze breitet sich in Norddeutschland aus

Aktualisiert am 31.05.2026 – 03:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Riesenbärenklau: Die Pflanze kann für den Menschen gefährlich werden. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/A. Scholz)

Eine invasive Pflanze breitet sich in Norddeutschland aus. Der Kontakt mit ihrem Saft kann schwere Verbrennungen verursachen.

Riesenbärenklau wächst entlang von Bächen und Flüssen, aber auch auf Feldern, in Wäldern oder sogar im eigenen Garten. Im Mai treiben vielerorts in Deutschland zahlreiche Vorkommen der sogenannten Herkulesstaude aus. Die harmlos aussehenden und in großen Dolden blühenden Pflanzen können für Menschen aber gefährlich sein.

Kommt die Haut mit dem Pflanzensaft in Berührung, kann dieser unter Einwirkung von Sonnenlicht aggressiv reagieren und zu schmerzhaften Verbrennungen und Entzündungen führen. Auf Sylt werden jetzt zahlreiche dieser invasiven Pflanzen an Gehwegen und Plätzen entfernt oder gerodet. Auch anderswo im Norden gehen die Städte und Gemeinden gegen die invasive Pflanze vor.

Der Riesenbärenklau kommt auch in Hamburg vor – Schwerpunkte gibt es demnach bei der Verbreitung von Einzelpflanzen nicht, teilte ein Sprecher der Umweltbehörde der Deutschen Presse-Agentur mit. „Durch die Bekämpfung sind die Standorte von Einzelpflanzen meist unbeständig.“

Riesenbärenklau: Bestände an öffentlichen Plätzen sind Problem

Pflanzen, die ein Gesundheitsrisiko auf öffentlichem Grund darstellen – beispielsweise an Wegen oder in Parks – werden demnach von den zuständigen Bezirken vollständig entfernt. In Naturschutzgebieten, wie im Moorgürtel, gibt es mehrjährige Maßnahmen, um Bestände des Riesenbärenklau aus naturschutzfachlichen Gründen zu entfernen.

Der Riesenbärenklau kommt flächendeckend auch in ganz Niedersachsen vor, teilte der Niedersächsische Landesbetrieb für Naturschutz der dpa mit. Jedes Jahr wird Riesenbärenklau in Naturschutzgebieten demnach wieder beseitigt. Bestände an öffentlichen Plätzen sind oft ein Problem für die öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Je nach Größe des Bestandes, der Bodenbeschaffenheit und der Lage werden die Pflanzen hier ausgegraben, Blüten und Samenstände entfernt und abgeschnitten oder die Pflanzen komplett abgemäht.

Riesenbärenklau kommt in Bremen vor allem am Wasser vor

In Bremen kommt der Riesenbärenklau insbesondere entlang der Weser, der Lesum und der Schönebecker Aue vor, teilte eine Sprecherin des Bremer Umweltsenats der dpa mit. Auch in Bremerhaven wird die Pflanze demnach stellenweise als problematisch eingestuft.

„Der Riesenbärenklau breitet sich vor allem auf Brachen, an Straßenrändern sowie teilweise in Auwäldern und Hochstaudenfluren aus.“ Dort kann die Pflanze heimische Arten verdrängen und lokale Ökosysteme beeinträchtigen.

Der Riesenbärenklau wird laut Sprecherin in der Hansestadt von den jeweiligen Unterhaltungsträgern gezielt eingedämmt, speziell an stark frequentierten öffentlichen Bereichen und am Weserufer. „Kleine Pflanzen werden zum Beispiel ausgestochen, größere Bestände vor der Fruchtbildung gemäht und entsorgt.“ In Schutzgebieten wird der Riesenbärenklau weitestmöglich eingedämmt oder entfernt, wenn Gefahr für die Biodiversität besteht.

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