Europa-League-Endspiel in Istanbul
Diese sieben Freiburg-Stars machen Aston Villa Sorgen
19.05.2026 – 19:46 UhrLesedauer: 6 Min.
Vor dem Europa-League-Finale sind die Rollen klar verteilt: Der Favorit heißt Aston Villa, der SC Freiburg ist Außenseiter. Doch je näher das Endspiel rückt, desto größer werden die Sorgenfalten in Birmingham. Denn der Underdog hat seine Waffen.
Auf den letzten Metern in Richtung Europa-League-Endspiel, quasi vor den Toren des Besiktas-Parks in Istanbul, scheint der britischen Presse langsam klar zu werden, worauf sich Aston Villa im Finale gegen den SC Freiburg einstellen muss. Tatsächlich schauten Experten und Analysten auf der Insel bis zuletzt eher verwirrt auf ihren deutschen Gegner.
Kopfschüttelnd tauschen sich Blogger darüber aus, dass niemand diesen Verein vom Rande des Schwarzwaldes „hasse“ (was britischen Fußballanhängern ein Rätsel sein muss), bezeichneten den Club als „somewhat wholesome“, also „irgendwie“ gesund, freundlich, geradezu lieb oder achtsam.
Die Beobachtung ist richtig und irreführend zugleich. Denn obwohl der SC Freiburg tatsächlich das Image des „etwas anderen“, „besseren“ Fußballclubs hegt und pflegt, so verfügen die Breisgauer doch über eine ganze Reihe von geheimen und weniger geheimen Waffen in ihrem Kader, die auch dem großen Favoriten Aston Villa gehörig auf die Füße treten können. Dieser Tatsache kommen inzwischen auch die britischen Medien auf die Spur. Gemeint sind Spieler wie diese:
Der Fels: Matthias Ginter
Der Routinier hat bis dato die beste Saison seiner Karriere gespielt und sich selbst wieder auf den Schirm von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Auf den Rängen des Europa-Park-Stadions sorgen sich die SC-Fans regelmäßig um die Gesundheit des blondierten Innenverteidigers und schließen obszöne Wett-Summen auf seine nächste Kopfwunde ab, so tollkühn und aufopferungsvoll hechtet das Freiburger Eigengewächs in jeden hohen Ball. Seine Luftduelle verliert Ginter dabei fast nie. 14 Profijahre haben ihn mit allen Wassern gewaschen. Nicht zu vergessen: Der Mann ist Fußball-Weltmeister, stand im Kader, der 2014 den Titel holte.
Im Herbst seiner Karriere ist aus dem Fels in der Brandung zudem ein sicherer Aufbauspieler geworden und bei Standardsituationen ein torgefährlicher Turm im Getümmel vor dem gegnerischen Tor. Jeder gewonnene Zweikampf, jeder gelungene Pass und erst recht jedes Tor in Istanbul wären ein weiteres Bewerbungsschreiben an die Adresse des Bundestrainers. Denn: Matthias Ginter will unbedingt noch auf den WM-Zug aufspringen. Aston Villas Erfolgscoach Unai Emery täte gut daran, seine Spieler vor ihm zu warnen.
Der Motor: Maximilian Eggestein

Kein Bundesligaspieler ist in der abgelaufenen Saison weitere Wege gelaufen als Freiburgs Mittelfeldmotor: 406,9 Kilometer in 34 Spielen. Der frühere Bremer läuft dabei nicht nur viel, sondern auch schlau. Er antizipiert Spielsituationen, verengt Räume, stopft Löcher und doppelt, wo es nötig ist. Dass Freiburgs Defensive fast nie Lücken aufweist und schon manchen Gegner zur Verzweiflung getrieben hat, hat viel mit Eggesteins Pferdelunge und seinem guten Auge zu tun. Ex-Trainer Christian Streich lobte ihn einst nach seinem ersten Training im Breisgau: „Der spielt, als sei er schon immer bei uns“.










