Gesetzesentwurf

Türkei plant strenges Rauchverbot – hohe Strafen drohen


19.04.2026 – 13:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Frau raucht im Strand: In der Türkei könnte das bald verboten sein. (Quelle: IMAGO/Sebastien TOUBON/imago)

Die Türkei will ernst machen: Ein neuer Gesetzentwurf sieht drastische Rauchverbote vor – auch an Stränden und in der Gastronomie.

Viele Raucher greifen auch im Urlaub ganz selbstverständlich zur Zigarette – etwa am Strand, im Café oder auf der Restaurantterrasse. Doch in vielen Ländern gelten inzwischen strengere Gesetze, die Nichtraucher vor dem gefährlichen Qualm schützen sollen.

Und auch in der Türkei, einem bei Deutschen sehr beliebten Reiseland, sollen die Regeln verschärft werden. Denn die türkische Regierung plant ein drastisches Rauchverbot, das weit über die bisherigen Regeln hinausgeht. Ziel ist es, das Land bis zum Jahr 2040 vollständig tabakfrei zu machen. Noch handelt es sich nur um einen Gesetzentwurf – doch sollten die Pläne umgesetzt werden, hätte das auch für Reisende spürbare Folgen.

Die Pläne der türkischen Regierung sind weitreichend. Ein Gesetzentwurf der Regierungspartei AKP sieht vor, sämtliche Tabakprodukte bis zum Jahr 2040 komplett aus dem Alltag zu verbannen. Konkret bedeutet das: Verkauf, Import und Herstellung von Zigaretten und ähnlichen Produkten sollen dann vollständig untersagt sein. Für ein Land, in dem derzeit rund 18 bis 19 Millionen Menschen rauchen, wäre das ein radikaler Einschnitt.

Doch schon vor diesem Stichtag sollen die Regeln deutlich verschärft werden. Geplant sind unter anderem Rauchverbote an zahlreichen Orten im öffentlichen Raum. Dazu zählen Strände, Spielplätze und Sportanlagen – also genau die Orte, an denen sich auch viele Urlauber aufhalten. Auch in der Gastronomie soll es strenger werden: Selbst im Außenbereich von Restaurants und Cafés könnte das Rauchen künftig untersagt sein. Erlaubt wären dann nur noch klar abgetrennte Raucherzonen, die einen kleinen Teil der Gesamtfläche ausmachen.

Besonders weit geht die geplante Neudefinition des Begriffs „Tabakprodukt“. Dieser soll deutlich ausgeweitet werden und künftig nicht nur klassische Zigaretten umfassen. Auch E-Zigaretten, Vapes, Wasserpfeifen (Shishas) und Tabakerhitzer würden unter das Verbot fallen. Damit könnte auch ein Stück türkischer Alltagskultur verschwinden – etwa das gesellige Shisha-Rauchen.

Für Reisende hätte das konkrete Folgen. Denn die Regeln sollen ausdrücklich auch für Touristinnen und Touristen gelten. Eine Ausnahme für Urlauber ist nicht vorgesehen. Künftig könnte es also nicht nur verboten sein, an bestimmten Orten zu rauchen – selbst der Besitz oder die Einfuhr von Tabakprodukten im Reisegepäck könnte geahndet werden.

Hinzu kommen strenge Kontrollmechanismen. Medienberichten zufolge plant die Regierung spezielle „Tabakkontrollteams“, die die Einhaltung der Vorschriften überwachen sollen. Auch der Verkauf von Tabakprodukten könnte stärker reguliert werden, etwa durch eine verpflichtende bargeldlose Bezahlung, um Käufe nachvollziehen zu können.

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