Leberschäden durch Alkohol
Die Trinkmenge allein ist nicht entscheidend
03.04.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Ob Alkoholkonsum der Leber schadet, hängt nicht allein von der Menge ab: Eine neue Studie legt nahe, dass das Trinkverhalten mitentscheidend ist.
Auch wer für gewöhnlich nur wenig Alkohol trinkt, kann damit Leberschäden hervorrufen. Bereits gelegentliche Trinkexzesse, etwa am Wochenende, sind mit einem deutlich erhöhten Risiko für die Lebergesundheit verbunden. Das berichtet ein Forschungsteam in seiner kürzlich im Fachjournal „Clinical Gastroenterology and Hepatology“ veröffentlichten Studie.
Viele Menschen halten vereinzelte Alkoholausschweifungen für unproblematisch, solange sie unter der Woche wenig trinken. Die aktuelle Studie deutet jedoch darauf hin, dass genau dieses Muster riskant sein kann. Das gilt besonders für Menschen mit einer nicht alkoholischen Fettleber. Solche Fettlebererkrankungen sind weitverbreitet: In Deutschland ist fast ein Viertel der Erwachsenen betroffen.
Die Studie ergab: Wer eine nicht alkoholische Fettleber hat und gelegentlich übermäßig Alkohol trinkt, hat ein fast dreifach erhöhtes Risiko für eine fortgeschrittene Leberfibrose, also eine schädliche Vernarbung der Leber. Entscheidend ist dabei nicht nur die Gesamtmenge an Alkohol, sondern vor allem das Trinkverhalten: Mindestens einmal im Monat vier (bei Frauen) beziehungsweise fünf (bei Männern) oder mehr alkoholische Getränke an einem Tag zu trinken, galt bereits als gelegentlicher übermäßiger Konsum.
Für seine Studie wertete das Forschungsteam Daten von über 8.000 Erwachsenen aus den Jahren 2017 bis 2023 aus. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer trank laut eigenen Angaben gelegentlich viel Alkohol. Besonders häufig trat dieses Verhalten bei jüngeren Menschen und bei Männern auf. Die Auswertung zeigte auch: Je mehr Alkohol sie auf einmal konsumierten, desto eher hatten sie stärker ausgeprägte Leberschäden.
Warum das so ist, erklärt das Forschungsteam so: Große Alkoholmengen auf einmal überfordern die Leber. Es kommt zu Entzündungen, die langfristig zu Narbengewebe führen können. Bei einer bereits bestehenden nicht alkoholischen Fettleber ist der Alkoholkonsum besonders kritisch. Denn die Betroffenen haben oft weitere gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Bluthochdruck oder Diabetes, welche die Leber zusätzlich belasten.
Die Ergebnisse gelten zwar vor allem für Menschen mit Fettleber, könnten aber auch für die Allgemeinbevölkerung relevant sein. Denn gelegentliches starkes Trinken ist weitverbreitet. Das Forschungsteam hält daher ein Umdenken für wichtig und fordert, nicht nur die Menge, sondern auch das Trinkmuster stärker zu beachten.










