Historischer Moment

Stadt in Italien lüftet jahrhundertealtes Geheimnis

Aktualisiert am 17.02.2026 – 10:33 UhrLesedauer: 2 Min.

Kloster des Heiligen Franz von Assisi: Zum 800. Todestag wird eine besondere Ausstellung eröffnet. (Quelle: Alessandra Tarantino/dpa)

Fast 800 Jahre war er verborgen, nun werden die sterblichen Überreste eines berühmten Heiligen erstmals öffentlich gezeigt.

Nach fast acht Jahrhunderten werden die sterblichen Überreste des katholischen Heiligen Franz von Assisi erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen sein. Seine Heimatstadt, die 27.500-Einwohner-Gemeinde Assisi in Mittelitalien, erwartet dazu mehrere Hunderttausend Besucher.

Die Ausstellung beginnt am Wochenende. Nach Angaben des Franziskanerordens haben sich bereits mehr als 350.000 Menschen angemeldet, um in der päpstlichen Basilika San Francesco die Reliquien zu sehen.

Franz von Assisi (1181/82–1226) gehört zu den bekanntesten Heiligen der katholischen Kirche. Er war auch Namensgeber für den im vergangenen Jahr verstorbenen Papst Franziskus. Mit Anfang 20 sagte sich Assisi, Sohn eines reichen Tuchhändlers aus Assisi, von seiner Familie los, verschrieb sich dem Glauben und führte ein Leben in absoluter Armut. Schon zwei Jahre nach seinem Tod wurde er mit Mitte 40 heiliggesprochen.

Der Sarg mit seinem Leichnam wurde an einem versteckten Ort tief in die Erde eingelassen. Dort blieb er fast sechs Jahrhunderte lang. 1818 gab Papst Pius VII. den Franziskanern die Erlaubnis, das Grab freizulegen. Für den Sarkophag baute man in der Unterkirche der Basilika eigens eine neue Krypta. Seither wurden die Knochen mehrfach wissenschaftlich untersucht und auf Echtheit geprüft, zuletzt 2015.

Die Ausstellung wird von der Kirche damit begründet, dass Gläubigen zum 800. Todestag ein „unmittelbares, sinnliches Erlebnis“ ermöglicht werden solle. Die Ausstellung dauert bis zum 22. März. In Italien, als dessen Schutzpatron Franz von Assisi gilt, gehen die Feierlichkeiten auch danach weiter. Auch Papst Leo hat sich in Assisi angekündigt. Der 4. Oktober, der mutmaßliche Todestag des Heiligen, wurde sogar zum gesetzlichen Feiertag erklärt.

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