Mord im Urlaubsparadies
Schönheitschirurg in Marbella erschossen
Aktualisiert am 08.10.2026 – 17:52 UhrLesedauer: 2 Min.
Gerade hielt er noch eine Sprechstunde ab, dann fallen Schüsse. Von den Tätern fehlt jede Spur. Der Mann soll Berichten zufolge Deutscher sein.
Ein maskierter Mann hat am Mittwochabend im Nobelbadeort Marbella einen Schönheitschirurgen erschossen. Bei dem Opfer handelt es sich nach spanischen Polizeiangaben um Alexander A., der östlich der andalusischen Küstenstadt eine eigene Klinik betrieb. Der 57-Jährige soll sich während der Tat in der Praxis aufgehalten haben. Er erlag noch vor Ort seinen Verletzungen.
Wie die spanische Lokalzeitung „Diario Sur“ berichtet, soll es sich bei dem Todesopfer um einen Deutschen handeln. Die „Bild“-Zeitung berichtete, der Chirurg stamme ursprünglich aus Köln. Die Behörden machten bislang keine Angaben zu seiner Nationalität. Berichten zufolge gingen kurz vor 18 Uhr mehrere Notrufe bei den Behörden ein. Zeugen hatten explosionsartige Geräusche aus der Schönheitsklinik vernommen. Demnach hielt der Arzt gerade eine Sprechstunde mit einem Patienten ab, als ein schwarz gekleideter, vermummter Mann die Räumlichkeiten betrat und aus nächster Nähe das Feuer eröffnete.
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Laut Zeugenberichten floh der mutmaßliche Täter mit einem dunkel lackierten Yamaha-Roller vom Tatort. Ein Komplize soll mit einem schwarzen Audi davongefahren sein. Die angerückten Sicherheits- und Rettungskräfte konnten den Chirurgen nicht mehr stabilisieren. Er verstarb noch vor Ort.
Schönheitschirurg war auf Brazilian Butt Lifts spezialisiert
A. hatte die Schönheitsklinik 2018 eröffnet, wie der Webseite der Einrichtung zu entnehmen ist. Demzufolge hatte der Arzt in rund 30 Berufsjahren über 14.000 Operationen durchgeführt. Spezialisiert war A. demnach auf sogenannte Brazilian Butt Lifts. Bei dem riskanten Eingriff wird körpereigenes Fett entnommen und in das Gesäß injiziert. Laut eigenen Angaben entwickelte A. mit dem „Supercharged BBL“ eine Form der Operation, die den Eigenfetttransfer mit Implantaten kombiniert.
In dem Mordfall hat die Nationalpolizei die Ermittlungen übernommen. Bisher ist es zu keinen Festnahmen gekommen. Einen Zusammenhang der Tat mit der Organisierten Kriminalität hat die Polizei vorerst ausgeschlossen, wie die Behörden der spanischen Tageszeitung „El País“ erklärten. Demnach werde nun in verschiedene Richtungen ermittelt. So soll etwa geprüft werden, ob der Schütze möglicherweise im Auftrag eines Kunden handelte.
Das Umfeld des Arztes zeigte sich angesichts der Tat entsetzt. „Er war ein wundervoller Mensch, ein sehr erfolgreicher Mann, der in keine zwielichtigen Machenschaften verwickelt war“, zitierte „Diario Sur“ einen Freund von A.
