Bei Arthrose und Arthritis
Fachgesellschaft empfiehlt „Bewegungssnacks“
08.06.2026 – 16:03 UhrLesedauer: 2 Min.
Neue Empfehlungen setzen bei Arthrose oder entzündlicher Arthritis vor allem auf kurze „Bewegungssnacks“ statt langer Trainingseinheiten. Worauf es dabei ankommt.
Wer unter entzündlicher Arthritis (wie rheumatoider Arthritis, Spondyloarthritis) oder Arthrose (Gelenkverschleiß) leidet, sollte sich regelmäßig bewegen – und zwar möglichst oft am Tag. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Allianz der Rheumatologischen Gesellschaften (EULAR), die ihre Empfehlungen zur körperlichen Aktivität aktualisiert hat. Berücksichtigt wurden dafür unter anderem 54 systematische Übersichtsarbeiten sowie 31 randomisierte kontrollierte Studien.
Entscheidend ist vor allem eine Neuerung: Die Bewegung muss nicht unbedingt am Stück erfolgen, sondern kann auch in Form von kurzen „Bewegungssnacks“ über den Tag verteilt werden, also Aktivitätseinheiten von wenigen Sekunden bis Minuten. Dazu können etwa eine Minute Treppensteigen, zehn Kniebeugen, ein kurzer Spaziergang oder 30 Sekunden Seilspringen gehören.
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Weg von der 10-Minuten-Regel
Die neuen Empfehlungen orientieren sich an den aktualisierten Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hatte bereits 2020 die bisherige Vorgabe aufgegeben, wonach körperliche Aktivität in Einheiten von mindestens zehn Minuten erfolgen sollte.
Stattdessen zählt nun jede Bewegung. Besonders wichtig sei es, lange Sitz- und Ruhephasen regelmäßig zu unterbrechen. Selbst kurze Bewegungseinheiten können somit gesundheitliche Vorteile bringen.
Bewegung als Teil der Standardbehandlung
Die Fachgesellschaft betrachtet körperliche Aktivität inzwischen als festen Therapiebestandteil bei der Versorgung von Menschen mit entzündlichen Gelenkerkrankungen und Arthrose. Empfohlen werden pro Woche mindestens 150 bis 300 Minuten Bewegung mit moderater Intensität, also etwa zügiges Gehen oder Radfahren. Alternativ gelten 75 bis 150 Minuten intensivere Aktivität als ausreichend.
Darüber hinaus raten die Experten zu Krafttraining für alle großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche. Auch Beweglichkeits- und Gleichgewichtsübungen sollten regelmäßig auf dem Programm stehen.
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Bewegung verbessert Lebensqualität
Viele Betroffene befürchten, Sport könne ihre Beschwerden verschlimmern. Die ausgewerteten Studien bestätigen das jedoch nicht. Unerwünschte Nebenwirkungen wie Muskelkater oder Müdigkeit waren meist nur mild und vorübergehend. Im Gegenteil zeigte sich, dass regelmäßige Bewegung die Krankheitsaktivität verringern und sowohl die körperliche Leistungsfähigkeit als auch die Lebensqualität verbessern kann.
Die Empfehlungen greifen erstmals auch den Einsatz moderner Technologien auf. Sogenannte Wearables, also etwa Fitnesstracker oder Schrittzähler, aber auch Smartphone-Apps können Betroffene motivieren und dabei helfen, die eigene körperliche Aktivität im Blick zu behalten. Sie können daher dazu beitragen, die Behandlung zu verbessern.










