Wohlfahrtsverband schlägt Alarm
Millionen Menschen in Hessen von Armut betroffen
Aktualisiert am 08.06.2026 – 16:03 UhrLesedauer: 1 Min.
Neue Zahlen zeigen: Die Armutsquote in Hessen ist gestiegen und liegt nun über dem Bundesschnitt. Besonders bestimmte Gruppen sind betroffen.
In Hessen ist die Armutsquote 2025 auf 17,3 Prozent gestiegen. Das geht aus einem neuen Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hervor, der sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes stützt.
Im Vorjahr lag die Quote noch bei 15,5 Prozent. Hessen liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent. Im Ländervergleich befindet sich das Bundesland im Mittelfeld.
Laut Statistischem Bundesamt gibt es innerhalb Hessens deutliche regionale Unterschiede. Kassel verzeichnet eine Armutsquote von 19,2 Prozent, Gießen von 18,4 Prozent. In Darmstadt liegt der Wert bei 16,4 Prozent.
Millionen Menschen in Hessen von Armut betroffen
Dem Bericht zufolge sind rund eine Million Menschen in Hessen von Armut betroffen. Besonders häufig trifft es demnach Ältere, Frauen, Haushalte mit Kindern und Alleinerziehende.
Yasmin Alinaghi, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Hessen, sagte: „Die alarmierenden Zahlen zeigen, dass die aktuellen Diskussionen über Kürzungen im sozialen Bereich völlig an der Realität vorbeigehen und dass die Stimmen armer oder armutsbetroffener Menschen im politischen Diskurs zu wenig Gehör finden.“
„Ungleichheit wächst“
Kristina Nottbohm, Referentin für Grundsatzfragen beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Hessen, sagte: „Die Ungleichheit in der Gesellschaft wächst.“ Sie fordert kostenfreie Mahlzeiten in Kitas und Schulen sowie Ganztagsbetreuung für alle ersten Klassen. Zudem müsse gegen steigende Mieten vorgegangen werden.
Als armutsgefährdet gelten nach EU-Definition Menschen mit einem Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens. Für Alleinstehende lag die Grenze 2025 bei 1.445 Euro monatlich.










