16.27 Uhr: Thomas Löcker, Anwalt von Gina H., befragt jetzt den Zeugen Matthias R. Es geht noch einmal darum, ob H. tatsächlich finanziell abhängig von Fabians Vater gewesen sein soll. Löcker geht in Details: Gina H. habe nicht fünf Pferde gehabt, sondern nur ein Pferd und vier Ponys. Es geht um die Mengen des Futters und die Kosten dafür. Die lägen bei 250 bis 300 Euro im Monat. Gina H. habe 1.400 Euro netto Rente monatlich bekommen und für ihre Wohnung keine Miete bezahlen müssen. „Ihr ging es doch wirtschaftlich gut“, so Löcker über seine Mandantin. Hintergrund der Fragen: Löcker möchte offensichtlich das vermutete Motiv der Staatsanwaltschaft angreifen, wonach H. ihre finanziellen Vorteile aus der Beziehung mit Fabians Vater nicht verlieren wollte und auch deshalb Fabian umgebracht haben soll. „Kann man das mit den Worten Quatsch zusammenfassen?“, fragt Löcker. Oberstaatsanwalt Nowack verdreht die Augen. Matthias R.: „Ja.“
16.09 Uhr: Jetzt holt die Anwältin von Fabians Mutter, Christine Habetha, zum Frontalangriff gegen Gina H. aus. Sie zitiert aus einem Protokoll des Jugendamts, dessen Mitarbeiterinnen Gina H. im November besuchten, kurz vor ihrer Festnahme. Darin habe Gina H. angegeben, sie verstehe nicht, warum um den toten Fabian „so ein Gewese gemacht wird und ein großer Trauergottesdienst, es würden doch täglich Kinder sterben oder vermisst werden“, so der Auszug aus dem Protokoll. In dem Moment geht ein lautes Raunen durch den Saal. Der Vorsitzende Richter weist das Publikum zurecht: „Seien Sie ruhig!“ Hintergrund: In Güstrow hatte ein großer Trauergottesdienst mit Hunderten Teilnehmern stattgefunden. Fabians Vater hingegen bezeichnete den Gottesdienst vor Gericht als „wunderschön“.








