Aus nach 70 Jahren im Westerwald
Traditions-Maschinenbauer insolvent
15.05.2026 – 15:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Schwache Nachfrage, hohe Kosten, wegbrechende Aufträge: Der Familienbetrieb Antriebstechnik Saftig ist insolvent. 110 Arbeitsplätze stehen auf der Kippe.
Das Amtsgericht Mayen im Westerwald hat am 12. Mai das vorläufige Insolvenzverfahren über die Antriebstechnik Saftig GmbH eröffnet. Der Maschinenbauspezialist aus Plaidt in Rheinland-Pfalz ist seit 1955 in Familienhand und beschäftigt rund 110 Mitarbeiter an drei Standorten. Das geht aus einer Mitteilung der Kanzlei Lieser Rechtsanwälte hervor.
Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte das Gericht Rechtsanwalt Jens Lieser. Er und sein Team haben sich unmittelbar nach ihrer Bestellung vor Ort einen Überblick über die wirtschaftliche Lage und die betrieblichen Abläufe verschafft. Die Belegschaft wurde auf einer Betriebsversammlung über die Situation und die nächsten Schritte informiert. Der Geschäftsbetrieb an den Standorten Plaidt, Saffig und Kottenheim läuft unterdessen weiter. Die Löhne und Gehälter sind über das Insolvenzgeld bis Juni 2026 gesichert.
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Der Traditions-Betrieb aus dem Westerwald ist auf Maschinen- und Elektromaschinenbau sowie industrielle Antriebstechnik spezialisiert. Zu den Tätigkeitsfeldern zählen Automatisierungstechnik, Blechumformtechnik, mechanische Fertigung und technischer Service. Kunden kommen vor allem aus der stein- und stahlverarbeitenden Industrie.
Fachmann sieht Perspektiven für das Unternehmen
Als Ursachen für die Insolvenz nennt die Kanzlei eine schwache Nachfrage in den Bereichen Automotive, Stahlbau und Bauwesen, hohe Energie- und Personalkosten sowie wachsenden internationalen Wettbewerbsdruck. Der Auftragsrückgang führte zuletzt zu einer unterdurchschnittlichen Auslastung der Produktion – und schließlich zum Insolvenzantrag.
Lieser sieht dennoch Perspektiven für das Unternehmen: „Die Antriebstechnik Saftig GmbH verfügt über langjährige Marktkenntnis, technisches Spezialwissen und etablierte Kundenbeziehungen. Darauf lässt sich aufbauen.“ In den kommenden Wochen wolle er intensive Gespräche mit Kunden, Lieferanten und weiteren Beteiligten führen, um tragfähige Perspektiven zu entwickeln. Ziel sei der Erhalt und die Fortführung des Familienunternehmens.
Auch der geschäftsführende Gesellschafter Nico Saftig wandte sich mit einem Appell an die Belegschaft: „Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam zusammenzustehen und den laufenden Geschäftsbetrieb zuverlässig fortzuführen.“









