António Lobo Antunes, eine Ikone der zeitgenössischen portugiesischen Literatur, ist nach Angaben seines Verlags, der Leya Group, gestorben.

Er war 83.

Mit einer mehr als 40-jährigen Karriere war er einer der meistgelesenen Autoren Portugals und kam zum Schreiben, nachdem er in der Medizin und im Bereich der psychischen Gesundheit gearbeitet hatte.

Er wurde im September 1942 in Lissabon geboren und schloss sein Studium an der medizinischen Fakultät in Lissabon ab, wo er sich auf Psychiatrie spezialisierte und mehrere Jahre als Psychiater praktizierte.

Seine literarische Karriere begann nach seinem Militärdienst in Angola im Jahr 1973 während des portugiesischen Kolonialkrieges, wo er von seinen Erfahrungen als Feldarzt geprägt war.

Im Jahr 1979 wurden seine ersten Bücher veröffentlicht: „Memory of an Elephant“ und „The Land at the End of the World“. Im darauffolgenden Jahr erschien auch „Wissen über die Hölle“.

Diesen Titeln folgten viele weitere – „Fado Alexandrino“ (1983), „As Naus“ (1988), „The Inquisitors‘ Manual“ (1996) und „The Splendor of Portugal“ (1997), um nur einige zu nennen – die seine Position als einer der wichtigsten Namen in der zeitgenössischen portugiesischen Literatur festigten.

Seit 1985 widmete er sich ausschließlich dem Schreiben, aber auch andere wiederkehrende Themen in seinem literarischen Erbe hatten mit der Vergangenheit Portugals zu tun, von den „Entdeckungen“ bis zur Nelkenrevolution im April 1974.

Obwohl einige seiner Bücher auch von den Orten inspiriert wurden, die seine Kindheit und Jugend prägten, wie zum Beispiel dem Lissaboner Stadtteil Benfica.

Das in mehrere Sprachen übersetzte Werk von Lobo Antunes erhielt im Laufe der Jahre zudem zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, etwa den Juan-Rulfo-Preis 2008, den Camões-Preis 2007, den Jerusalem-Preis 2005, den Ovid-Preis 2003 und den Europäischen Preis für Literatur 2001.

Im Jahr 2008 wurde ihm außerdem vom französischen Kulturministerium das Abzeichen des Kommandeurs des Ordens der Künste und Literatur verliehen.

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