In Mailand und Cortina d’Ampezzo liegen die einzelnen Wettkampforte teils so weit voneinander entfernt wie noch nie bei den Olympischen Spielen. Von Mailand nach Cortina d’Ampezzo sind es 410 Kilometer. Die Eishockey-Teams und Eisschnellläufer, die in Mailand antreten, können also nicht einfach spontan ihre Teamkollegen in Cortina d’Ampezzo anfeuern, wo unter anderem die Bob- und Skirennen stattfinden. Das IOC begründet die Entfernungen mit der Nachhaltigkeit des Events. So sollen etwa vorhandene Anlagen genutzt werden, statt neue Großbauten zu errichten.
Friesinger-Postma dazu: „Es gibt immer verschiedene Cluster im Wintersport. Auch in Nagano waren die Wege sehr weit. Es ist halt leider so, aber man versucht immer, auch nachhaltig zu sein und bestehende Sportstätten zu nutzen und es gibt nicht viele Alternativen.“
Auch viele Jahre nach ihrem Karriereende hat Friesinger-Postma Verständnis für die Lage der Sportler. Sie würde sich sogar wünschen, dass die Anerkennung für sie höher wäre, beispielsweise durch eine spezielle Rente für Athleten: „Auf einen Olympiasieg trainierst du ein Jahrzehnt hin. Als ich schon auf Topniveau war, habe ich 20.000 bis 30.000 Euro zusätzlich investiert. Das muss man sich erst einmal über Prämien erarbeiten. Eine Rente wäre schon schön, dann könnten Sportler etwas sorgloser trainieren.“
Sie fügt zudem an: „Auf der anderen Seite wäre diese harte Arbeit dann auch mehr wertgeschätzt und ein Ansporn für mehr Leute, Leistungssport zu machen.“
Die Olympischen Winterspiele Milano Cortina live im TV bei Eurosport sowie jeder Moment im Streaming bei HBO Max.
