Andere Unternehmen mit positiver Kursentwicklung haben ihren Fokus längst ins Ausland verlagert, darunter die Deutsche Bank oder Siemens. „Siemens hat inzwischen sogar SAP als Schwergewicht im Dax abgelöst, während SAP mit Herausforderungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und entsprechenden Bewertungsabschlägen konfrontiert ist“, so Thomas Soltau vom Smartbroker.

Im internationalen Vergleich erscheinen viele globale Top-Aktien derzeit attraktiver bewertet. Unternehmen wie Nvidia, Microsoft, Amazon, Tesla, Starbucks, Nike sowie Mastercard und Visa notieren teils deutlich unter ihren früheren Höchstständen. Tiffany Wilding von Pimco findet, dass „in einer Welt der zunehmenden Unsicherheit und Divergenz es bei der Vermögensanlage weniger um Prognosen geht und mehr um eine Präferenz für liquidere, qualitativ hochwertige Assets, die in den unterschiedlichsten Szenarien für Resilienz sorgen können.“

Vor diesem Hintergrund gibt es nur wenige Argumente, auf angeschlagene deutsche Konzerne zu setzen, die stark vom politischen Umfeld abhängig sind. Während vor eineinhalb Jahren noch Vorschusslorbeeren verteilt wurden, erwarten internationale Investoren heute konkrete Reformen. Ohne echte strukturelle Veränderungen dürfte eine Rückkehr internationaler Kapitalströme nach Deutschland kurzfristig jedoch unwahrscheinlich bleiben.

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