„Schrecklicher Gewaltexzess“
Angriff bei Ticketkontrolle: Zugbegleiter ist tot
Aktualisiert am 04.02.2026 – 11:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress wird ein Zugbegleiter attackiert. Die Ärzte verlieren den Kampf um sein Leben.
Der bei einer Fahrkartenkontrolle angegriffene Zugbegleiter ist gestorben. Dies teilte die Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, am Mittwoch mit.
„Der tragische Tod macht mich fassungslos und traurig“, schrieb Palla. „Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen von Serkan C., seinen Freunden und seinen Kolleginnen und Kollegen. Wir alle bei der Deutschen Bahn verurteilen aufs Schärfste diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen.“
Der 36 Jahre alte Serkan C. war am Montag im Landkreis Kaiserslautern attackiert worden, als er einen Mann ohne gültigen Fahrschein des Zuges verweisen wollte. Laut Staatsanwaltschaft wurde C. mit Faustschlägen gegen den Kopf schwer verletzt.
Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 26 Jahre alten griechischen Staatsbürger, der nicht in Deutschland gemeldet ist, wie eine Polizeisprecherin t-online sagte. Der 26-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft. Laut „Bild“-Zeitung soll er Teil einer Gruppe von vier Personen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gewesen sein.
Der Zeitung zufolge soll der mutmaßliche Täter zunächst mit erhobener Faust gedroht haben. Zeugen hätten berichtet, der Zugbegleiter habe sich deeskalierend verhalten und sei zurückgewichen. Als er den Schwarzfahrer des Zuges verwies, habe der Mann den Zeugen zufolge hemmungslos auf den Zugbegleiter eingeprügelt.
Fahrgäste alarmierten nach der Tat die Polizei und leisteten bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte Erste Hilfe. Der Schwerverletzte wurde vor Ort reanimiert und vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Dort kämpften Ärzte um das Leben des Familienvaters. Am Mittwochmorgen erlag Serkan C im Krankenhaus dennoch seinen Verletzungen.
Die saarländische Landesregierung und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) reagierten mit Entsetzen. „Dieser verachtenswerte und rohe Ausbruch von Gewalt kann nur auf das Schärfste verurteilt werden und erschüttert mich tief“, sagte Mobilitäts- und Justizministerin Petra Berg (SPD).
Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert sagte: „Wir sind bestürzt und fassungslos. Vor allem sind wir aber wütend.“ Am Montagabend sei ein Familienvater nach seinem Dienst nicht wieder nach Hause gekommen, weil er angegriffen und ins Koma geprügelt wurde: „Wie viele solcher Gewaltorgien müssen wir noch erleben, bis sich endlich etwas ändert?“
Die Mitarbeiter der Bahn würden es nicht länger akzeptieren, „dass man sich als Zugbegleiter in Lebensgefahr begibt, sobald man seine Schicht antritt“, sagte EVG-Chef Burkert weiter. Jahrelang sei an der Sicherheit von Personal und Fahrgästen gespart worden. Auf vielen Zügen im Nahverkehr gebe es nur einen Zugbegleiter. Sicherheitspersonal fahre fast nie mit. „Die Folgen sieht man jetzt.“
