Täter flüchtig

Angriff auf israelisches Restaurant: Antisemitisches Motiv vermutet


Aktualisiert am 10.04.2026 – 19:36 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine zerbrochene Scheibe eines israelischen Restaurants (Archivbild): Die Polizei wurde gegen 0.45 Uhr gerufen. (Quelle: Felix Hörhager/dpa)

Drei laute Knallgeräusche, eingeschlagene Scheiben: In München wird ein israelisches Restaurant attackiert. Was der Staatsschutz als Motiv vermutet.

Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag (10. April) ein israelisches Restaurant in München angegriffen und mehrere Fensterscheiben zerstört. Medienberichten zufolge soll es sich um die „Eclipse Grillbar“ in der Maxvorstadt handeln. Polizei und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus. Der Staatsschutz ermittelt – er ist für Taten mit möglicherweise politischem Hintergrund zuständig.

Brandexperten der Münchner Kriminalpolizei und des Landeskriminalamts prüften unter Sachleitung der Generalstaatsanwaltschaft München, welche Art von Sprengsatz verwendet worden sein könnte, teilte ein Sprecher mit. Verletzt wurde niemand, der oder die Täter wurden nicht gefasst.

Die Polizeieinsatzzentrale habe gegen 0.45 Uhr einen Anruf erhalten, wonach es in der Maxvorstadt an einem Lokal drei laute Knallgeräusche gegeben habe, sagte Polizeisprecher Tobias Schenk der Nachrichtenagentur dpa. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die Schaufensterscheiben gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen“, teilte die Polizei mit. Der Sachschaden wurde auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

Der Angriff kam nach Angaben eines Restaurantmitarbeiters ohne Vorwarnung. „Es gab keine direkten Drohungen“, sagte der Schwager des Betreibers und Mitarbeiter des Lokals, Grigori Dratva, der Deutschen Presse-Agentur. Das Restaurant mit 70 Plätzen betreibe sein Schwager seit 2007. „Wir haben uns eigentlich in München immer sehr sicher gefühlt.“ Sie wollten bereits am Freitag wieder öffnen, die Scheiben seien vorerst verklebt. „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf.“

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Auch er vermutet, dass die Täter politisch motiviert waren. „Also wir wollen natürlich nichts erfinden, niemandem was unterstellen, aber wir sind natürlich ein sichtbares israelisches Lokal, und da liegt halt die Vermutung nahe“, sagte Dratva. Auf Instagram hat das Restaurant nun zu einem Solidaritätstreffen am Freitag, 17 Uhr, aufgerufen. Unter de Aufruf steht: „Antisemitismus darf keinen Platz haben. Nicht hier. Nicht heute. Nicht jemals.“

Auch wenn in alle Richtungen ermittelt werde, liege eine antisemitische Motivation nahe, hieß es bei der Generalstaatsanwaltschaft. „Das Tatobjekt ist ein alteingesessenes Restaurant mit vornehmlich israelischen Gerichten, das auch nach außen so auftritt. Im Schaufenster sind Gegenstände sichtbar, die mit dem jüdischen Glauben in Zusammenhang gebracht werden können“, erläuterte ein Sprecher.

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