Er wich für die Kanzlerin von Regel ab
Merkels Bergführer ist tot
Aktualisiert am 08.07.2026 – 08:25 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Bergführer Olaf Reinstadler ist tot. Einst begleitete er die Kanzlerin im Urlaub.
Der Bergführer und Alpenexperte Olaf Reinstadler ist tot. Er starb im Alter von 62 Jahren, wie die Gemeinde Stilfs in Südtirol auf Facebook mitteilte. Der Leiter der Bergrettung Sulden, einem Ortsteil von Stilfs, war einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden, weil er einst Angela Merkel durchs Gebirge führte.
Die Altkanzlerin war zusammen mit ihrem Mann Joachim Sauer oft in den Bergen um das Dorf Sulden zu Gast. Dort war Reinstadler ihr Bergführer. Dem Magazin „Bergsteiger“ verriet er 2024 in einem Interview auch, dass er für sie eine ungeschriebene Regel brach. Denn eigentlich herrscht unter Alpinisten das Du. Aber die Kanzlerin habe er immer gesiezt, sagte er, auch wenn es ihr egal gewesen sei. Er habe sie immer mit „Frau Bundeskanzlerin“ angesprochen.
Bergführer lobte Merkels Bescheidenheit
Einmal habe er bei der Besteigung des Berges Cevedale zur Umkehr raten müssen. „Es war eine definitiv zu exponierte Passage“, sagte er dem Magazin. Merkel sei aber körperlich sehr fit gewesen und habe erst beim Stoppsignal des Bergführers angehalten. Sie sei sehr bescheiden gewesen und habe ihn sogar manchmal angerufen und gefragt, wann er verfügbar sei, erinnert sich Reinstadler. Sie wollte nicht, dass er wegen ihr Termine absagen müsse. Der „Bild“ sagte er einst, dass er das letzte Mal mit ihr auf 3.500 Meter Höhe im Eis gewesen sei, „mit Seil, Steigeisen und allem Drum und Dran“.
Die Gemeinde Stilfs verabschiedete ihn mit bewegenden Worten auf Facebook: „Als langjähriger Leiter der Bergrettung Sulden sowie seit dem Jahr 1990 als Vorsitzender der Lawinenkommission der Gemeinde Stilfs hat er sich mit außergewöhnlichem Engagement, großer Fachkompetenz und unermüdlichem Einsatz für die Sicherheit unserer Bevölkerung und unserer Gäste eingesetzt. Lieber Olaf, danke für alles, was du für unsere Gemeinde und ihre Menschen geleistet hast“, hieß es.











