ADAC hat getestet

Hier geht beim E-Auto-Laden am meisten Strom verloren


07.08.2026 – 07:04 UhrLesedauer: 3 Min.

Stromer am Stecker: Je nach Aufladeart können die Stromverluste sehr unterschiedlich ausfallen. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Nicht jede Kilowattstunde, die beim Laden in ein Elektroauto fließt, landet auch im Akku. Eine Untersuchung des ADAC zeigt, warum die Ladeverluste je nach Ladeart deutlich unterschiedlich ausfallen.

Wer den Stromverbrauch seines Elektroautos kennt, weiß trotzdem nicht genau, wie viel Energie beim Aufladen tatsächlich im Akku ankommt. Denn beim Laden gehen immer einige Kilowattstunden verloren. Wie hoch diese Verluste ausfallen, hängt unter anderem davon ab, wo und wie geladen wird. Der ADAC hat das nun bei mehreren aktuellen Elektroautos untersucht und dabei deutliche Unterschiede festgestellt.

Hier gibt es die größten Verluste

Für seine Untersuchung hat der ADAC fünf Elektroautos unter identischen Bedingungen getestet. Geladen wurde jeweils an einer normalen Haushaltssteckdose mit 2,3 Kilowatt, an einer Wallbox mit maximaler Ladeleistung sowie an einer Wallbox mit reduzierter Leistung, wie sie beim Laden mit überschüssigem Strom aus einer Photovoltaikanlage typisch ist.

Bedingt ratsam: Bevor Autofahrer ihr E-Auto an einer normalen Steckdose aufladen, sollten sie fachmännisch prüfen lassen, ob sie dafür auch geeignet ist. (Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa-tmn./dpa)

Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die höchsten Ladeverluste entstehen an der Haushaltssteckdose. Besonders auffällig war dabei der Mercedes CLA EQ. Dort gingen 24,2 Prozent der bezogenen Energie verloren, bevor sie den Akku erreichte. Bei den übrigen Fahrzeugen lagen die Verluste zwischen 12,7 und 15,3 Prozent.

  • Mercedes CLA EQ: 24,2 Prozent
  • VW ID.7: 15,3 Prozent
  • Volvo EX30: 14,2 Prozent
  • Renault R5 E-Tech: 13,7 Prozent
  • Tesla Model Y: 12,7 Prozent

Nach Einschätzung des ADAC dürfte der hohe Verlust beim Mercedes auf das Bordladegerät zurückzuführen sein. Dieses lädt an der Haushaltssteckdose lediglich mit acht statt der üblichen zehn Ampere. Weil sich dadurch die Ladezeit verlängert, laufen auch die elektrischen Nebenverbraucher im Fahrzeug länger.

Langes Laden verbraucht mehr Strom

Nach Angaben des ADAC entstehen die größten Verluste nicht in der Batterie selbst, sondern im Bordladegerät und bei den elektrischen Verbrauchern des Fahrzeugs. Allein für die Steuerung des Ladevorgangs werden während des Ladens zwischen 100 und 300 Watt benötigt. Je länger das Auto am Strom hängt, desto länger dauert dieser Eigenverbrauch. Auch die Hausinstallation kann eine Rolle spielen. Lange Leitungen zwischen Steckdose und Stellplatz verursachen zusätzliche Verluste.

Wallbox lädt deutlich effizienter

Wallbox: Sie wird vom Profi installiert und lädt mit mehr Leistung als eine Haushaltssteckdose. (Quelle: imago)

Wesentlich besser schnitten die Fahrzeuge beim Laden an einer Wallbox ab. Dort lagen die Ladeverluste je nach Modell nur zwischen 5,1 und 7 Prozent. Das entspricht ungefähr einer Halbierung der Verluste gegenüber dem Laden an der Steckdose.

Der Grund liegt vor allem in der höheren Ladeleistung. Das Fahrzeug ist schneller geladen, sodass Steuergeräte und andere elektrische Verbraucher deutlich kürzer aktiv bleiben. Gleichzeitig entstehen bei fachgerecht installierten Wallboxen kaum Leitungsverluste.

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