Starlink-Konkurrenz
Amazon plant den nächsten Schritt ins Weltall
03.04.2026 – 10:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Amazon greift im Wettlauf um Satellitenmacht an. Ein geplanter Deal könnte das Kräfteverhältnis im All verschieben.
Amazon prüft einem Medienbericht zufolge die Übernahme des Satellitenbetreibers Globalstar. Damit könnte der Onlinehändler sein eigenes Kommunikationsnetzwerk deutlich ausbauen und im Wettbewerb mit Elon Musks Starlink aufholen.
Die „Financial Times“ berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Insider, Amazon wolle Globalstar kaufen. Die Gespräche seien demnach allerdings kompliziert. Ein Grund sei, dass der Technologiekonzern Apple 20 Prozent an Globalstar halte.
An der Börse reagierten Anleger sofort. Die Aktie von Globalstar stieg im vorbörslichen Handel an der Wall Street um knapp zwölf Prozent auf 76,50 Dollar. Das entsprach einer Marktkapitalisierung von rund 9,8 Milliarden Dollar. Amazon-Aktien gaben dagegen knapp zwei Prozent nach.
Globalstar betreibt nach Angaben des Branchendienstes Satellitemap 88 aktive Satelliten. Amazon kommt demnach bislang auf 210 Satelliten für Daten- und Sprachübertragungen. In der finalen Ausbaustufe seines Projekts Kuiper, das im Text auch mit dem Namen „Leo“ beschrieben wird, sollen rund 3.200 Satelliten im Einsatz sein. Damit würde Amazon zum bislang größten Rivalen von Starlink aufsteigen.
Das Satellitennetz von Elon Musk ist derzeit klarer Marktführer. Nach den Angaben im Bericht betreibt Starlink mehr als 10.000 aktive Satelliten. Das Geschäft gilt als zentral für den Raumfahrtkonzern SpaceX und hat auch geopolitische Bedeutung gewonnen.
Denn Satellitenverbindungen spielen längst nicht mehr nur für die zivile Kommunikation eine wichtige Rolle. Sie sind auch für militärische Einsätze und kritische Infrastruktur relevant. Im Ukraine-Krieg etwa ist Starlink ein wichtiger Faktor. Zugleich arbeiten Telekommunikationskonzerne daran, Mobilfunk über Satelliten auch für herkömmliche Smartphones nutzbar zu machen.
Vor diesem Hintergrund wächst auch in Europa der Druck, unabhängiger von amerikanischen Anbietern zu werden. Die EU setzt dabei auf das geplante Netzwerk Iris². Der mögliche Einstieg Amazons bei Globalstar wäre deshalb nicht nur ein milliardenschwerer Wirtschaftsschritt, sondern auch ein Signal im geopolitischen Wettbewerb um digitale Infrastruktur.
