Worin besteht dieser Nutzen?
Lecanemab verzögert das Voranschreiten der Alzheimer-Krankheit um circa 30 Prozent, sodass Behandelte länger mit höherer Selbstständigkeit im Alltag und mit höherer Lebensqualität als Unbehandelte leben. Lecanemab ist allerdings nur für einen Teil der Betroffenen mit früher Alzheimer-Demenz geeignet, erfordert eine regelmäßige Infusionsgabe, kann Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen verursachen und erfordert daher regelmäßige Sicherheitsuntersuchungen mit MRT.
Unabhängig von Lecanemab: Was können Menschen mit früher Alzheimer-Erkrankung heute tun, um das Fortschreiten der Krankheit oder zumindest die Verschlimmerung des geistigen Abbaus zu bremsen?
Es sind etwa ein Dutzend Faktoren bekannt, die das persönliche Alzheimer-Risiko verringern können. Dazu zählen Lebensstilfaktoren wie Abstinenz von Tabak- und Alkohol, Verringerung von Übergewicht, gesunde Ernährung und Bewegung, soziale Aspekte wie regelmäßige soziale Kontakte und geistige Aktivität sowie die Behandlung von Depressionen, Bluthochdruck, Diabetes oder hohem Cholesterin.
Und wenn ein Mensch bereits erkrankt ist?
Wenn ein Mensch bereits an Demenz erkrankt ist, sind diese Maßnahmen weiterhin wichtig. Es sollte jedoch zudem eine Behandlung mit einem Antidementivum begonnen werden. Diese Medikamente bremsen zwar nicht den Krankheitsverlauf, lindern aber die aktuellen Symptome.
Zeichnen sich in der Forschung noch andere, vielversprechende Medikamente ab?
Neben den bereits zugelassenen Antikörpern gegen Amyloid wie Lecanemab und Donanemab wird an weiteren Therapieansätzen für die frühe Alzheimer-Erkrankung geforscht. Dazu zählt auch der Wirkstoffkandidat Blarcamesin, der das zelluläre Recyclingssystem, die sogenannte Autophagie, aktiviert. In Studien zeigten sich Hinweise auf günstige Effekte auf den kognitiven Abbau. Eine Zulassung wurde bislang jedoch nicht erteilt.










