Neue Altersvorsorge
Rentenreform beschlossen: Das ändert sich jetzt
27.03.2026 – 10:30 UhrLesedauer: 6 Min.

Neue Regeln für die Riester-Rente: ETF-Depots, mehr Renditechancen und weniger Garantien sollen die Altersvorsorge verbessern. Was Sparer jetzt wissen sollten.
Seit Jahren steht die Riester-Rente in der Kritik, nun hat der Bundestag den Weg für ein neues Modell der privaten Altersvorsorge frei gemacht. Mit der Reform soll die staatlich geförderte Vorsorge einfacher, günstiger und vor allem renditestärker werden. Was sich jetzt alles ändert, ab wann Sie die neuen Produkte abschließen können und was die Reform für Sparer bedeutet, die bereits einen Riester-Vertrag besitzen, haben wir für Sie zusammengefasst.
Die Riester-Rente ist eine Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge, die 2002 unter Rot-Grün eingeführt wurde. Ihren Namen hat sie vom früheren Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD), der sie als Antwort auf die deutliche Senkung des Rentenniveaus entwickelte. Seine Idee damals: Die Riester-Rente sollte die Verluste in der gesetzlichen Rente komplett wettmachen. Eigentlich sollte seitdem jeder Arbeitnehmer und Beamte eine private Altersvorsorge besitzen, die vom Staat mit Zulagen und Steuervorteilen gefördert wird. Davon kann aber keine Rede sein.
Zwar wuchs die Zahl der Riester-Verträge nach der Einführung schnell und erreichte Ende 2017 mit mehr als 16,6 Millionen ihren Höchststand. Seit 2018 ist die Entwicklung jedoch rückläufig. Ende 2024 gab es laut Regierungsangaben noch knapp 15 Millionen Verträge, bis zu ein Viertel davon wird aber nicht mehr aktiv bespart.
Die Gründe sind vielfältig: zu hohe Kosten, zu geringe Renditen, komplizierte Regeln bei der Förderung. Auch die Vorgabe, dass Anbieter zu Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge und staatlichen Zulagen garantieren mussten, erschwerte es Anbietern, das Geld gewinnbringender am Kapitalmarkt anzulegen.