Wirbel um „Glücksgefühle“-Festival

Veranstalter entschuldigt sich und lädt Band Alphaville wieder ein


03.09.2026 – 16:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Sänger Marian Gold: Seine Band Alphaville wurde vom „Glücksgefühle“-Festival aus- und wieder eingeladen. (Quelle: Jens Kalaene/dpa/dpa-bilder)

Die Ausladung von Alphaville löste Empörung aus. Nun entscheidet sich Festivalveranstalter Markus Krampe für einen überraschenden Schritt.

Seit Mittwochabend stand das „Glücksgefühle“-Festival in Hockenheim im Mittelpunkt einer hitzigen Debatte. Der Veranstalter Markus Krampe hatte die Band Alphaville mit der Begründung ausgeladen, dass die Bühne seines Festivals „keine Plattform für politische Äußerungen“ sei. Hintergrund ist, dass sich Alphaville bei einem früheren Auftritt öffentlich gegen die AfD und rechtsradikale Tendenzen ausgesprochen hatte. Nun hat Krampe eine Kehrtwende vollzogen.

Bei der „Bild“-Zeitung äußerte er: „Wie wir gehandelt haben, war in der Tat ein Fehler. Das tut mir leid“, sagte der 55-Jährige. Gleichzeitig sprach er eine öffentliche Einladung an die Band aus, doch noch aufzutreten. Ob Alphaville und Sänger Marian Gold das Angebot annehmen, ist bislang noch unklar.

Krampe ergänzte in seinem Statement, Meinungsfreiheit sei „das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen“. Das Festival sei für ihn kein politischer Ort, sondern ein Ort der Musik und gemeinsamer Erlebnisse. Zugleich respektiere er, wenn Alphaville für ihre Überzeugungen eintreten. In dem Kontext äußerte Krampe: „Und ich glaube, dass es möglich ist, unterschiedliche Haltungen nebeneinander stehenzulassen, ohne laut zu werden.“

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„Wir laden Alphaville ein“

Die Einladung formulierte er ausdrücklich nicht als Zugeständnis: „Wir laden Alphaville ein, wie geplant Teil des Festivals zu sein. Nicht als Zeichen eines Nachgebens, sondern als bewusste Entscheidung für das, was uns verbindet.“ Sein Wunsch sei es, die Aufmerksamkeit wieder auf die Musik und die Menschen vor und hinter der Bühne zu lenken.

Alphaville hatte die Ausladung zuvor auf Instagram öffentlich gemacht und scharf kritisiert. Die Band bezeichnete das Vorgehen als „Maulkorberlass“ und als „feindseligen und vollkommen unnötigen Akt“. Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie seien hohe Güter, die es zu verteidigen gelte. Dass eine solche Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit „nun auf einem der größten Popfestivals Deutschlands angekommen zu sein scheint“, empfinde die Band als „absolut untragbar und erschütternd“.

Die Band betonte: „Was Alphaville angeht, bleibt es dabei: Wir werden uns weiterhin für Freiheit, Toleranz und Demokratie in unserem Land einsetzen, gerade in diesen Zeiten, wo so viel auf dem Spiel steht.“

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