SPD-Landeschef ruft zu Protest auf

Kritik kam ebenfalls aus der Politik. Der Co-Vorsitzende der baden-württembergischen SPD, Robin Mesarosch, warf den Veranstaltern vor, sich nicht einfach für unpolitisch erklären zu können.

Er verwies unter anderem auf Andreas Gabalier, der ebenfalls beim Festival auftreten soll und dessen Lieder aus seiner Sicht durchaus politische Bezüge enthalten. Es sei widersprüchlich, einzelne Künstler auftreten zu lassen und andere wegen politischer Aussagen auszuladen und dies gleichzeitig als unpolitische Haltung zu bezeichnen.

Mesarosch rief Besucher und andere auftretende Bands dazu auf, den Veranstaltern ihre Meinung zu der Entscheidung mitzuteilen.

Veranstalter hatten Ausladung zunächst verteidigt

Die Festivalmacher hatten ihr Vorgehen zuvor ausführlich begründet. Nach einem früheren Auftritt von Alphaville mit politischen Aussagen habe es Kritik von Besuchern gegeben. In zahlreichen Nachrichten sei darum gebeten worden, dass sich die Künstler auf die Musik konzentrierten.

Vor dem „Glücksgefühle“-Festival habe man Alphaville deshalb noch einmal auf diesen Wunsch hingewiesen. Dabei gehe es nicht um die konkrete politische Haltung von Marian Gold oder der Band, sondern um den Rahmen, den die Veranstalter für ihre Bühnen setzen wollten.

Noch am Mittwoch hatte Krampe die Vorwürfe von Alphaville deutlich zurückgewiesen. Das Verhalten der Band sei „inakzeptabel“, sagte er. Das Festival sei komplett unpolitisch – unabhängig davon, ob Aussagen aus dem rechten, linken oder einem anderen politischen Spektrum kämen.

Alphaville sprach von „Maulkorberlass“

Sänger Marian Gold hatte die Absage zuvor selbst öffentlich gemacht und scharf kritisiert. Die Begründung gleiche aus Sicht der Band einem „Maulkorberlass“. Alphaville sehe Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie als hohe Güter an, die gerade auch von Künstlern verteidigt werden müssten.

Gold hatte sich bei Konzerten vor der Ansage des Songs „Carry Your Flag“ gegen rechtsradikale Tendenzen und für Freiheit, Toleranz und Demokratie ausgesprochen. Nach Angaben von Bandmanager Christian Mielke führten diese Aussagen zu Diskussionen mit den Veranstaltern des „Glücksgefühle“-Festivals.

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