Alpenverein alarmiert
„Treten in Phase des strukturellen Zerfalls ein“
15.03.2026 – 10:56 UhrLesedauer: 2 Min.
In den Alpen ist das Gletschersterben in eine neue Phase eingetreten. Laut Alpenverein geht der Schwund in Zerfall über.
Der Schwund der Gletscher in Österreich setzt sich fort. Die Eisflächen seien im Beobachtungszeitraum 2024 und 2025 im Durchschnitt um etwa 20 Meter geschrumpft, berichtet der Österreichische Alpenverein. Der Verlust von Länge, Fläche und Volumen betreffe 94 der 96 beobachteten Areale. „Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass es Alpen ohne Gletscher geben wird“, sagte die Vizepräsidentin des Alpenvereins, Nicole Slupetzky.
Andreas Kellerer-Pirklbauer von der Universität Graz, der Leiter des Gletschermessdienstes des Alpenvereins, erklärte: „Viele Gletscher verlieren nicht nur an Länge, sondern treten zunehmend in eine Phase des strukturellen Zerfalls ein.“ Freigeschmolzene Felsstufen, abreißende Eisbereiche und in sich zusammenstürzende Gletscherzungen würden immer mehr das Erscheinungsbild prägen.
Sein Kollege Gerhard Lieb ergänzte, „die Serie extrem gletscherungünstiger Jahre“ setze sich fort: „Viele Gletscher verlieren inzwischen so viel Substanz, dass sie auf Wetterphasen mit kurzfristiger Abkühlung, wie es etwa im Juli 2025 der Fall war, kaum noch reagieren.“
Besonders der Alpeiner Ferner in Tirol und das Stubacher-Sonnblick-Kees im Bundesland Salzburg verzeichnen laut Alpenverein enorme Verluste mit einem Rückgang von mehr als 100 Metern. Auch an der Pasterze, Österreichs größtem Gletscher, schreite der Zerfall der Gletscherzunge weiter voran – und mache die Folgen des Klimawandels sichtbar, heißt es in dem Gletscherbericht 2024/2025. Noch bestehe zwar eine Eisverbindung zum höhergelegenen Riffelwinkel, es sei aber sehr wahrscheinlich, dass die Gletscherzunge in den nächsten Jahren abreiße und der Gletscher am Großglockner damit zweigeteilt wäre.











