Phänomen nimmt überhand
Alpen-Wirt macht seinem Ärger Luft – „geht um Wertschätzung“
15.07.2026 – 15:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Wirt einer in Österreichs Alpen gelegenen Hütte zieht die Reißleine: Wer reserviert und trotzdem nicht kommt, zahlt jetzt kräftig drauf. Der Wirt erklärt, wieso.
„Es ist Zeit für so ein Video. Das, was in den letzten Wochen passiert ist, bedarf einer Aussprache zwischen uns.“ Mit diesen Worten beginnt Hüttenwirt Stephan Jöbke sein Anfang Juli veröffentlichtes Facebook-Video – überschrieben mit dem klaren Appell: „So kann es nicht weitergehen.“ Jobke macht in dem Video seinem Ärger über ein Phänomen Luft, das nach seinen Worten zuletzt überhandgenommen hat: Sogenannte No-Shows, also Gäste, die reservieren, aber dann nicht erscheinen.
Jobke ist seit 2024 Wirt auf der Rieder Hütte in Oberösterreich. Die Hütte liegt auf 1.765 Metern Höhe, mitten im Höllengebirge, einem beliebten Ausflugsziel für Wanderer und Bergsteiger. Doch obwohl die Hütte nach eigenen Angaben ein „Platz für Zusammenkunft von Kulinarik, Geselligkeit, Ausbildung und Natur“ ist, führen die – wenn überhaupt – kurzfristigen Reservierungsabsagen zu Problemen. „Ich kann so diesen Betrieb sehr schwer führen“, sagt Jobke. Allein am vergangenen Wochenende hätten 20 Gäste bei ihm reserviert. Gekommen seien am Ende nur vier.
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Er sei sich mit seinen anderen Hüttenkollegen einig, dass man sich das nicht mehr gefallen lassen könne. „Die Berge und auch alle Hütten sind keine Freizeitarena, die wir auf Knopfdruck oder Münzeinwurf einfach öffnen und schließen können“, ergänzt er im Text zu seinem Video.
Österreich: Hüttenwirt erhöht Stornokosten deutlich
Jobke habe sich nun dazu entschlossen, seine Stornogebühren anzuheben. Wer etwa eine Übernachtung ab fünf Tage vor der Buchung storniert, zahlt 35 Euro pro Person. Wer gar nicht kommt, muss 48 Euro zahlen – den kompletten Verpflegungspreis einer Halbpension mit Abendessen und Frühstück. Damit liegt der Wirt über der Empfehlung des Österreichischen Alpenvereins, der zehn Euro pro Person und Nacht für angemessen hält.
Im Gespräch mit dem Münchner „Merkur“ begründet der Hüttenwirt die hohen Stornokosten auch mit logistischen Herausforderungen. Einkäufe für das Essen müssten etwa schon Tage vorher den Berg hochgebracht werden. „Das kann man nicht erst am Samstag kaufen. Wenn die Leute für das Wochenende gebucht haben und dann nicht kommen, haben wir die Lebensmittel umsonst hochgeschleppt“, erklärt Jobke. „Es geht einfach um Wertschätzung.“










