„Immer noch Hochkonsumland“
Grüne wollen Alkoholkonsum in Deutschland eindämmen
08.06.2026 – 15:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Grünen sprechen sich dafür aus, Alkohol in Deutschland stärker zu regulieren. Ihr Antrag sieht unter anderem ein Ende des begleiteten Trinkens für Jugendliche vor.
Die Grünen im Bundestag wollen mit mehreren Maßnahmen den Alkoholkonsum in Deutschland reduzieren. Die Fraktion hat einen entsprechenden Antrag beschlossen, der im Umfeld der Aktionswoche Alkohol Mitte Juni in den Bundestag eingebracht werden soll.
„Deutschland ist in Bezug auf Alkohol noch immer ein Hochkonsumland“, sagte Linda Heitmann, Sprecherin für Drogen- und Suchtpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, dem „Tagesspiegel“. Das habe „erhebliche gesundheitliche Folgen“ und verursache jedes Jahr hohe volkswirtschaftliche Kosten.
In ihrem Antrag fordern die Grünen eine langfristige Alkoholpräventionsstrategie sowie ein Alkoholpräventionsgesetz. Ziel sei es, insbesondere Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Diese würden im Alltag oft mit Alkohol und dessen Konsum konfrontiert, sagte Heitmann. Alkohol sei vielerorts verfügbar, werde beworben und sei gesellschaftlich stark normalisiert.
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Strengere Regeln bei Alkoholwerbung
Zu den Vorschlägen gehört die Abschaffung des sogenannten begleiteten Trinkens. Bislang dürfen Jugendliche ab 14 Jahren in Begleitung ihrer Eltern Bier, Wein oder Sekt konsumieren. Eine entsprechende Gesetzesänderung wird bereits im Bundesfamilienministerium vorbereitet.
Außerdem sprechen sich die Grünen für strengere Regeln bei Alkoholwerbung aus. Werbung, die sich gezielt an Jugendliche richtet, soll in Apps, auf Online-Plattformen, in Printmedien und in der Außenwerbung untersagt werden. Kommunen sollen stärker kontrollieren, ob beim Verkauf alkoholischer Getränke die Altersgrenzen eingehalten werden.
Auch die Platzierung von Alkohol im Einzelhandel wollen die Grünen überprüfen lassen. „Dabei ist insbesondere zu prüfen, alkoholische Getränke im Kassenbereich nicht mehr frei zugänglich anzubieten“, heißt es in dem Antrag.
Mehr als 1,5 Millionen Menschen im Land sind alkoholabhängig
Die Fraktion fordert zudem, die Besteuerung stärker am Alkoholgehalt auszurichten, Präventions- und Suchthilfeangebote besser zu finanzieren und alkoholfreie Alternativen stärker zu fördern.
Nach Angaben des Bundesdrogenbeauftragten Hendrik Streeck weisen 15,3 Prozent der Erwachsenen zwischen 18 und 59 Jahren einen riskanten Alkoholkonsum auf – hochgerechnet knapp sieben Millionen Menschen. Rund 1,6 Millionen Menschen in Deutschland gelten demnach als alkoholabhängig.










