Stinkende Masse

Algenplage bedroht Urlaubsparadiese


18.06.2026 – 07:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Sargassum an einem Strand in Florida: Die Alge überschwemmt seit Jahren immer wieder die Strände in dem US-Bundesstaat. (Quelle: Marcial Gonzalez)

In der Karibik türmen sich wieder Berge von Sargassum-Algen an den Stränden. Welche Urlaubsziele betroffen sind und was Reisende jetzt wissen müssen.

Braune Algenmassen am Strand, beißender Geruch und eingeschränkte Bademöglichkeiten sind in vielen Karibikregionen derzeit keine Ausnahme, sondern ein wiederkehrendes Problem. Davor warnt auch der Krisenfrühwarndienst A3M und empfiehlt Reisenden deswegen, die Lage bei ihrer Urlaubsplanung zu beachten.

Bei den Algen handelt es sich um Sargassum, eine frei treibende Braunalge. Auf dem offenen Meer ist sie durchaus nützlich: Sie bietet Fischen, Schildkröten und Krebsen Lebensraum und Schutz. Problematisch wird sie erst, wenn sie in großen Mengen an Küsten angespült wird und sich dort zersetzt. Dann entstehen starker Geruch, optische Beeinträchtigungen und erschwerte Zugänge zum Wasser.

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Diese Gebiete sind betroffen

In der Karibik ist Sargassum seit Jahren ein immer wiederkehrendes Problem. Im vergangenen Jahr wurde in dem Gebiet eine Rekordmenge von insgesamt rund 38 Millionen Tonnen angespült. Besonders betroffen sind derzeit:

  • Mexikanische Karibikküste: Cancún, Playa del Carmen, Tulum, Akumal und Puerto Morelos
  • Florida: Die Florida Keys sowie Teile der Ostküste
  • Karibikinseln: Barbados, Puerto Rico, Jamaika, die Dominikanische Republik sowie mehrere Inseln der Kleinen Antillen

Dabei gilt: Die Lage kann von Strand zu Strand stark variieren. Während ein Küstenabschnitt stark belastet ist, kann es wenige Kilometer weiter schon deutlich besser aussehen.

Das Auftreten der Algen folgt einem saisonalen Muster. In Mexiko und der Karibik beginnt die Belastung häufig im Frühjahr, zieht sich bis in den Herbst und überschneidet sich damit weitgehend mit der Hurrikansaison. Die Wintermonate sind in der Regel deutlich weniger stark betroffen, auch wenn lokale Ansammlungen nie vollständig ausgeschlossen werden können.

Das sollten Urlauber beachten

Marcel Conrad, Chief Content Manager bei A3M, rät Urlaubern dazu, sich vor ihrer Reise eingehend über die Zustände vor Ort zu informieren. „Katalogbilder, allgemeine Destinationsbeschreibungen oder ältere Erfahrungsberichte reichen deshalb nicht aus, um die aktuelle Lage einzuschätzen. Entscheidend sind tagesaktuelle Informationen zum konkreten Strand, zur Küstenlage des Hotels und zu möglichen Ausweichoptionen“, wie Conrad erklärt.

Sargassum kann nicht nur das Urlaubserlebnis trüben, sondern mitunter auch gefährlich sein. Die US-Umweltbehörde EPA warnt davor, dass sich in den Algen Meerestiere befinden könnten, die etwa Hautirritationen auslösen könnten. Zudem bilden sich beim Zersetzungsprozess der Algen Stoffe wie Schwefelwasserstoff, der in höheren Konzentrationen Atemwegsprobleme, Übelkeit und tränende Augen auslösen kann.

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