Tennis-Star Alexander Zverev

„Unglaublich respektlos“


Aktualisiert am 08.10.2026 – 18:50 UhrLesedauer: 4 Min.

Fokussiert: Alexander Zverev spielt sein bisher bestes Tennis-Jahr.

Fokussiert: Alexander Zverev spielt sein bisher bestes Tennis-Jahr. (Quelle: Tingshu Wang/reuters)

Deutschlands bester Tennisspieler wird aller Voraussicht nach die neue Nummer eins der Weltrangliste werden. Damit kommt auch erneut scharfe Kritik an ihm auf – aus Gründen, für die er eigentlich gar nichts kann.

Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Spätestens Mitte November ist es so weit. Am 15. November nämlich starten die ATP-Finals in Turin – und dann wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Alexander Zverev endgültig die neue Nummer eins der Tennis-Weltrangliste werden. Als erst zweiter Deutscher überhaupt nach Boris Becker.

Dass es so kommt, gilt seit dem vorzeitigen Saisonaus des aktuellen Spitzenreiters Jannik Sinner wegen anhaltender Knieprobleme als feststehend. Denn Sinner kann dadurch in den verbleibenden Turnieren seine vielen Punkte aus der erfolgreichen Vorsaison nicht verteidigen. Zverev, der deutlich weniger Zähler zu verlieren hat, wird den Südtiroler deswegen schon bald einholen – unabhängig davon, wie erfolgreich der 29-Jährige selbst in den kommenden Wochen spielt. Aktuell trennen beide Athleten in der Weltrangliste noch 1.280 Punkte.

Zverev kann damit sein ohnehin schon historisches Jahr krönen, in dem er der beste, konstanteste Spieler war: Im Juni gewann er mit den French Open sein erstes Grand-Slam-Turnier, legte im September dann den Triumph bei den US Open nach. Dazwischen erreichte er auch das Finale von Wimbledon. Nun besteigt er aller Voraussicht nach den Tennis-Thron.

„Lachhaft“

Doch der Hamburger sieht sich auch nun wiederholt scharfer Kritik ausgesetzt. „Dass Alexander Zverev zwei Grand Slams gewinnt und die Nummer eins der Welt wird in einem Jahr, in dem er weder Carlos Alcaraz, Jannik Sinner oder Novak Djoković schlagen konnte, ist lachhaft“, schrieb Tennis-Journalist Scott Barclay unlängst bei X.

Zahlreiche Fan-Posts hatten und haben denselben Tenor: „Ich habe den Typen geschlagen, der selbst niemanden schlägt“, schrieb ein User zu einem Interview von Djoković vor wenigen Tagen, nachdem dieser Zverev im Halbfinale von Peking bezwungen hatte. Ein anderer meinte: „Um Weltranglistenerster zu werden, benötigte Zverev nur Verletzungen von Alcaraz und Sinner und einen gealterten Djoković“ und nahm damit auch Bezug auf die wechselhaften Vorstellungen des Rekord-Grand-Slam-Siegers über das Jahr.

Nach Zverevs Sieg im Finale der US Open vor wenigen Wochen sagte US-Legende John McEnroe als Experte in der Live-Übertragung des Senders ESPN sogar: „Carlos und Jannik, werdet schnell wieder gesund“ – was ihm als Seitenhieb auf Zverev ausgelegt wurde.

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