Bewegungsfähigkeit verbesserte sich

Akupunktur könnte Erholung nach Schlaganfall fördern


07.06.2026 – 11:42 UhrLesedauer: 3 Min.

Bei einer Akupunktur werden feine Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers gesetzt, etwa am Bein. (Quelle: Wavebreakmedia/Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Nach einem Schlaganfall muss sich das Gehirn neu organisieren. Eine Studie zeigt, welche Rolle Akupunktur dabei spielen könnte.

Wer einen Schlaganfall erlitten hat, ist danach häufig stark beeinträchtigt. Verloren gegangene Fähigkeiten müssen mühsam wiedererlangt werden. Selbst alltägliche Bewegungen wie das Anheben eines Arms oder das Greifen nach einer Tasse können zur Herausforderung werden. Umso wichtiger ist die Rehabilitation – und genau hier könnte Akupunktur helfen, wie eine neue Studie nahelegt: Die Teilnehmer erzielten nicht nur Fortschritte bei ihrer Bewegungsfähigkeit. Die Forscher beobachteten bei ihnen auch messbare Veränderungen in Hirnregionen, die für Bewegung, Koordination und Wahrnehmung wichtig sind.

Worum geht es in der Studie?

Bei einem Schlaganfall wird ein Teil des Gehirns plötzlich nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. In der Folge werden Nervenzellen geschädigt oder sterben ab. Das kann unterschiedlichste Beschwerden verursachen – von Lähmungen und Sprachstörungen bis hin zu Problemen mit dem Gedächtnis oder der Konzentration.

Ein Teil dieser Einschränkungen bildet sich im Laufe der Zeit wieder zurück. Denn das Gehirn ist anpassungsfähig: Andere Hirnregionen können teilweise Aufgaben übernehmen, die zuvor von den geschädigten Bereichen gesteuert wurden. Fachleute sprechen dabei von „Neuroplastizität“ – der Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zwischen Nervenzellen zu bilden und bestehende Netzwerke umzubauen.

Genau diesen Prozess könnte Akupunktur möglicherweise unterstützen. Frühere Forschungsarbeiten lieferten bereits Hinweise darauf, dass die Methode die neurologische Erholung nach einem Schlaganfall fördern könnte. Bislang war jedoch unklar, ob und wie sich solche Effekte direkt im Gehirn nachweisen lassen. Dieser Frage ging die aktuelle Studie nach.

Zum Hintergrund

Akupunktur ist ein Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), bei dem feine Nadeln an bestimmten Punkten des Körpers gesetzt werden. Nach der traditionellen Lehre soll dadurch der Fluss der Lebensenergie „Qi“ gelenkt werden. Die moderne Wissenschaft untersucht dagegen, ob die Behandlung Nerven aktiviert und dadurch Vorgänge im Gehirn und Nervensystem verändert.

Akupunktur gegen Placebo getestet

An der Studie nahmen Patienten teil, die erst vor kurzer Zeit einen Schlaganfall erlitten hatten. Bei allen war ein Blutgefäß im Gehirn verstopft gewesen, wodurch Bewegungen auf einer Körperseite eingeschränkt waren. Die Wissenschaftler wiesen die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip zwei Gruppen zu: Die einen erhielten echte Akupunktur an Punkten, die in der traditionellen chinesischen Medizin für die Rehabilitation genutzt werden.

Die anderen bekamen eine Scheinbehandlung: Die Nadeln wurden an Stellen gesetzt, die nicht als therapeutische Akupunkturpunkte gelten. So wollten die Forscher herausfinden, ob mögliche Verbesserungen tatsächlich auf die Akupunktur zurückzuführen sind – oder ob sie vor allem durch den sogenannten Placeboeffekt entstehen, also durch die Erwartung der Patienten, dass die Maßnahme hilft.

Alle Teilnehmer wurden über zwei Wochen hinweg in zehn jeweils 30 Minuten dauernden Sitzungen behandelt. Vor und nach der Behandlung testeten die Wissenschaftler unter anderem die Beweglichkeit von Armen und Beinen sowie den Grad der neurologischen Einschränkungen.

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