Ab dem 1. Mai
Fluggesellschaft will zu dicken Mitarbeitern kein Gehalt mehr zahlen
Aktualisiert am 02.04.2026 – 16:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine indische Fluggesellschaft sagt den Kilos den Kampf an. Das bezieht sich aber nicht etwa auf das Gepäck der Passagiere – sondern auf das Gewicht der Mitarbeiter.
Die Fluggesellschaft Air India will Besatzungsmitgliedern, die zu viel wiegen, ab dem 1. Mai das Gehalt streichen und sie vom Dienst suspendieren. Das berichteten die indische Ausgabe der „Economic Times“ und der indische Fernsehsender NDTV unter Berufung auf die Airline. Für die Bewertung des Gewichts soll als Maßstab der Body-Mass-Index (BMI) herangezogen werden. Für die Berechnung dessen wird das Körpergewicht in Verhältnis zur Körpergröße gesetzt.
Die Regel ist Teil einer neuen Richtlinie, die laut Air India das Bewusstsein für einen gesunden Lebensstil fördern soll, hieß es in den Berichten weiter. Crew-Mitglieder sollen hierfür vor und nach Flügen kontrolliert werden. Ein höherer Wert als 30 gilt als „fettleibig“ und soll ab dem 1. Mai nicht mehr als akzeptabel gelten.
Besatzungsmitglieder, die den Wert überschreiten, müssen sich laut den Berichten innerhalb von sieben Tagen nach der Messung einem medizinischen Test unterziehen. Dieser soll unter anderem auch Blutzuckeruntersuchungen beinhalten, um mögliche gesundheitliche Risiken zu beurteilen.
Anschließend soll laut NDTV ein 30-tägiges Zeitfenster beginnen, in dem die Besatzungsmitglieder Zeit haben, abzunehmen und ihren BMI zu senken. Sollten sie das nicht schaffen, werden sie offiziell verwarnt. Liege ihr BMI weitere 30 Tage später immer noch über dem Richtwert, wird eine letzte Warnung ausgesprochen, die weitere disziplinarische Maßnahmen ankündigt.
Wie der Sender weiterer berichtete, sollen auch Crew-Mitglieder in den Fokus der neuen Richtlinie rücken, die anhand ihres BMIs als unter- bzw. übergewichtig eingestuft werden, also einen BMI unter 18 oder über 25 haben. Auch sie sollen demnach vom Flugdienst suspendiert werden und an die Flugschule der Airline überwiesen werden. Dort seien dann eine medizinische und eine funktionelle Eignungsprüfung geplant. Erfülle ein Mitarbeiter die erforderlichen Standards nicht, werde er unbezahlt freigestellt bis er offiziell für flugtauglich erklärt werde.
Zukünftig könnten die Regeln der Airline noch strenger werden. Wie die „Economic Times“ die Fluggesellschaft zitierte, soll die neue Richtlinie demnach nur „als vorbereitende Maßnahme“ dienen, „bevor eine Richtlinie mit strengeren Fitnessstandards umgesetzt wird“. Was genau geplant ist, ist bislang unklar.
Air India wurde 2022 von der Tata-Group mit Sitz in Mumbai übernommen. Seither wurde ein großer Teil des Personals abgebaut.
