Kurz nach dem Kauf
Airline verkauft neue Flugzeuge – Linienflüge fallen aus
22.06.2026 – 16:01 UhrLesedauer: 2 Min.
Neue Flugzeuge, doch kein einziger Linienflug: Eine Airline trennt sich von drei gerade erst erworbenen Maschinen. Der Grund ist ein unerwartetes Problem.
Die Ostfriesische Flugdienst GmbH (OFD) hat entschieden, ihre drei neu erworbenen Flugzeuge des Typs Tecnam P2006T wieder zu verkaufen. Die Entscheidung betrifft insbesondere die geplanten Flugverbindungen nach Helgoland ab Nordholz in Niedersachsen sowie Heide in Schleswig-Holstein. Die dafür vorgesehenen Flugzeuge werden nicht in den kommerziellen Betrieb gehen. Wie die OFD die Strecke künftig bedienen will, ist noch unklar. Das Unternehmen prüft derzeit alternative Flugzeugtypen.
Wie das Unternehmen mitteilte, steht die Entscheidung im Zusammenhang mit Anforderungen für die gewerbliche Zulassung der Flugzeuge. Demnach ist vor dem ersten Flug des Tages eine umfangreiche technische Kontrolle von Zelle und Triebwerk vorgeschrieben. Diese muss durch einen Fluggerätemechaniker eines zertifizierten Instandhaltungsbetriebs erfolgen.
Nach Angaben der OFD befindet sich der zuständige Instandhaltungsbetrieb im niederländischen Oostwold. Die Flugzeuge hätten daher täglich zunächst ohne Passagiere zum Wartungsstandort oder von dort zu ihrem jeweiligen Einsatzort überführt werden müssen. Nach Unternehmensangaben wären dadurch rund die Hälfte der Flugstunden auf Leerflüge entfallen.
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Rückkehr zum Vorgängermodell ausgeschlossen
OFD-Geschäftsführer Timo Trapp erklärte, die Vorbereitungen für das gewerbliche Zulassungsverfahren hätten sich als deutlich komplexer erwiesen als ursprünglich angenommen. Das Unternehmen sehe derzeit keine wirtschaftlich tragfähige Möglichkeit, die vorgeschriebenen Vorflugkontrollen im geplanten Einsatzgebiet umzusetzen.
Mit dem Verkauf der Maschinen scheitert zugleich die geplante Modernisierung der Flotte. Die drei zweimotorigen Flugzeuge sollten ältere Maschinen ersetzen, die bislang im Inselverkehr eingesetzt wurden. Nach Angaben des Fachmagazins „Aerokurier“ befanden sich die Flugzeuge seit mehr als einem Jahr in den Vorbereitungen für die Zulassung zum gewerblichen Flugbetrieb.
Die OFD prüft nach eigenen Angaben nun, ob stattdessen ein anderes Flugzeugmuster beschafft werden kann. Eine Rückkehr zu den bislang in der Inselfliegerei weit verbreiteten Britten-Norman Islander schließt das Unternehmen aus. Als Grund nennt die OFD die eingeschränkte Verfügbarkeit von Ersatzteilen sowie lange Lieferzeiten.
Welche Auswirkungen die Entscheidung auf künftige Flugverbindungen zu den Nordseeinseln haben wird, ließ das Unternehmen zunächst offen. Nach eigenen Angaben stimmt sich die OFD derzeit mit den betroffenen Organisationen und Beteiligten ab.










