Vor Wahl in Sachsen-Anhalt
Auswertung: So ähnlich sind sich Linke und AfD
31.07.2026 – 00:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Linke und die AfD haben in der Bundespolitik sehr unterschiedliche Positionen. Doch bei einer Landtagswahl gibt es viele Gemeinsamkeiten.
Bei einer Analyse von Daten einer Wahl-Entscheidungshilfe sind überraschende Ergebnisse zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt herausgekommen. Demnach liegen bei den „WahlSwipers“, einer Webseite ähnlich dem Wahl-O-Mat, die Linke und die AfD bei fast jedem zweiten Thema gleich.
Der Politikwissenschaftler Uwe Wagschal von der Universität Freiburg äußerte sich in der „Bild“-Zeitung verwundert. Bei der Bundestagswahl 2025 seien die beiden Parteien die beiden unähnlichsten gewesen. Er bietet die Wahlhilfe zusammen mit Kollegen an.
Ein Grund könnte sein, dass die AfD in Sachsen-Anhalt stark auf soziale Themen setzt, die auch von der Linken gefordert werden, wie Mittagessen für Schüler, Kindergärten und Hilfen für Senioren. Unterschiede gebe es jedoch bei Verteilungsfragen, also welche Bevölkerungsgruppen besonders finanziell gefördert werden sollen, so Wagschal.
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Die Auswertung der Daten habe auch eine deutliche Ähnlichkeit zwischen AfD und CDU ergeben. Demnach stimmten die beiden Parteien bei der Hälfte der 38 Fragen überein. Mehr hat die CDU nur mit der FDP (76,3 Prozent), deren Einzug in den Landtag aber fraglich ist.
Umfrage sieht AfD deutlich vor der CDU
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. In der jüngsten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von „Focus Online“ kommt die AfD auf 41 Prozent. Auf Platz zwei liegt die CDU mit 24 Prozent, gefolgt von der Linken mit 14 Prozent. Die SPD käme auf 5 Prozent. Grüne, FDP sowie das BSW liegen demnach mit 4 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die bisherige schwarz-rot-gelbe Koalition hätte nach diesen Zahlen keine Mehrheit mehr.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Michael Kretschmer hält aber an einer strikten Abgrenzung zur AfD fest. „Es wird und kann mit der AfD als gesichert rechtsextremer Partei keine Koalition oder Zusammenarbeit geben“, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Aber natürlich haben AfD-Abgeordnete parlamentarische Rechte.“ Sie könnten Anträge stellen und einige stünden Ausschüssen im Landtag vor. „Es wird jeden Tag mit ihnen gesprochen und gerungen.“
Diskussion um Fünfprozenthürde
In Sachsen-Anhalt hat derweil die Diskussion um eine Veränderung der Fünfprozenthürde wieder Fahrt aufgenommen. Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann und der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hatten sich für eine Senkung auf Bundesebene ausgesprochen. In Sachsen-Anhalt könnte die Hürde per Landesgesetz gesenkt werden.
