Im Mai 2016 wurde er bei der RLP-Wahl erstmals in den Landtag gewählt, in dem er bis heute sitzt. 2016 bis 2021 war er Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, 2019 bis heute stellvertretender Landesvorsitzender.

2021 wurde Bollinger erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender, 2023 dann Fraktionsvorsitzender der AfD-Landtagsfraktion, was er bis heute ist. Auch über Landesgrenzen hinaus gilt Bollinger in der AfD als gut vernetzt.

Bollingers Vorgänger ist der moderatere Michael Frisch, der schwere Vorwürfe gegen Teile seines Landesverbands und auch Bollinger erhoben hatte, bevor er die Partei verließ. „Nichts würde diese schräge Bollinger-Truppe regeln, wenn sie an die Regierung käme“, sagte Frisch bei seiner letzten Rede im Mainzer Landtag im vergangenen Januar. Er bezeichnete die AfD um Bollinger als „drittklassige Stammtischpolitiker“ und warf ihnen unter anderem mangelnde Sach- und Personalkompetenz sowie Vetternwirtschaft vor.

Auf Frischs Rede angesprochen, erklärte Bollinger dem SWR: „Das sagt mehr über ihn aus als über uns.“

Der Skandal um die Vetternwirtschaft, der Teile der AfD im ganzen Land betrifft, ist auch in Rheinland-Pfalz stark präsent: Laut Recherchen des SWR hat ein pfälzischer EU-Abgeordneter die Ehefrau eines AfD-Bundestagsabgeordneten aus dem Bundesland beschäftigt.

Darauf angesprochen, sagte Bollinger dem SWR, er sehe das nicht kritisch. Man schaue zuerst, wer sich bewerbe und ob die Person geeignet sei. „Und dann ist familiäre Verbindung kein Bonus. Aber es kann auch nicht sein, dass wir es angesichts der Tatsache, dass unsere Mitglieder ohnehin sehr stark unter Druck stehen, dann noch unseren eigenen Leuten schwerer machen.“

Alleinstellungsmerkmal der AfD im Wahlkampf um die RLP-Wahl 2026 ist die Forderung nach einem Wiedereinstieg in die Kernkraft. Außerdem wirbt Bollinger aktiv für die Abschiebung von Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft, die straffällig geworden sind.

Ob die AfD, wie es sich Bollinger zum Ziel erklärt hat, bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2026 über 20 Prozent kommen wird, können die Wählerinnen und Wähler am Wahlsonntag, dem 22. März, entscheiden.

Share.
Exit mobile version