„Ein Versehen“
AfD-Kommunalpolitikerin teilt judenfeindlichen Beitrag
Aktualisiert am 23.02.2026 – 16:38 UhrLesedauer: 2 Min.
In einem Video wird Adolf Hitler verteidigt – eine AfD-Politikerin aus Brandenburg teilt das. Der Antisemitismusbeauftragte des Landes stellt eine Strafanzeige.
Eine Brandenburger AfD-Kommunalpolitikerin hat einen judenfeindlichen Beitrag in sozialen Medien geteilt – und sich nach Kritik dafür entschuldigt. Der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Andreas Büttner, forderte Konsequenzen und stellte nach eigenen Angaben Strafanzeige. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über den Fall berichtet.
In dem Reel (Kurzvideo), das die Politikerin Peggy Lindemann geteilt hatte, wird Adolf Hitler indirekt verteidigt, auch eine judenfeindliche Karikatur aus der Nazi-Wochenzeitung „Der Stürmer“ ist zu sehen. Sie löschte den Beitrag und sprach von einem Fehler. Lindemann ist Mitglied der Stadtverordnetenversammlung (SVV) Schwedt/Oder und im Kreistag Uckermark. Büttner forderte ihren Rücktritt von diesen Ämtern.
Der Antisemitismusbeauftragte Büttner sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein im Video verbreiteter Spruch reproduziere eine klassische antisemitische Verschwörungserzählung, „die Juden entmenschlicht und historisch zur Legitimation von Gewalt beigetragen hat“. Büttner verwies auch auf antisemitische Symbolik in dem Video.
Die AfD-Politikerin aus der Uckermark schrieb dazu selbst auf Instagram, sie habe Reels zur Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein von dem Profil geteilt. „Dabei war eine antisemitische Darstellung dabei, die ich in diesem Moment als solche nicht erkannt habe“, schrieb Lindemann weiter. „Als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, habe ich diese unverzüglich gelöscht. Ich distanziere mich von der Art und dem Inhalt dieser Darstellung.“
Felix Teichner, Kreisvorsitzender der uckermärkischen AfD, sagte dem „Tagesspiegel“: „Sie hat eine ganze Reihe von Reposts zu den Epstein-Akten gemacht und da war das halt dabei.“ Bei dem Post habe es sich um „ein Versehen“ gehandelt.
