„Dem öffentlichen Wohl nicht dienlich“
AfD-Politiker wird Einreise nach Großbritannien verweigert
15.05.2026 – 14:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Der AfD-Abgeordnete Petr Bystron wollte am Samstag an einer Demonstration in London teilnehmen. Doch die britischen Behörden untersagen ihm die Einreise.
Der AfD-Europaabgeordnete Petr Bystron darf nach Informationen von t-online derzeit nicht nach Großbritannien einreisen. Bystron wollte ursprünglich am Samstag als Redner an einer geplanten Großdemonstration des landesweit bekannten Rechtsextremisten und Anti-Islam-Aktivisten Tommy Robinson teilnehmen. Am Donnerstag jedoch teilte ihm die britische Visa- und Einwanderungsbehörde, die zum Innenministerium gehört, schriftlich mit: „Ihr Antrag auf eine elektronische Reisegenehmigung (ETA) wurde verweigert.“
t-online liegt das Schreiben der Behörde vor. Zum Grund der Einreiseverweigerung heißt es darin weiter: „Wir sind davon überzeugt, dass Ihr Aufenthalt im Vereinigten Königreich dem öffentlichen Wohl nicht dienlich ist.“
Bystron gehört damit zu mehreren rechten Politikern und Aktivisten, denen die Einreise vor der Demonstration untersagt wurde. Öffentlich bekannt ist bisher, dass neben Bystron auch den beiden EU-Parlamentariern Dominik Tarczynski der polnischen PiS-Partei und Filip Dewinter vom belgischen Vlaams Belang die Einreise untersagt wurde. Laut Medienberichten betroffen sind außerdem die MAGA-Influencer Joey Mannarino und Valentina Gomez, die erfolglos auch für die Republikaner in den USA kandidierte.
Bystron sagte t-online am Freitag, dass der Bescheid eine „Bankrotterklärung“ sei. „Wer im Jahr 2026 Einreiseverbote für europäische Politiker verhängt, die bei einer Demo reden sollen, der hat Angst vor der Wahrheit.“ Die Regierung Starmer sei „in Panik“ und „am Ende“.
Starmer sieht „Kampf um Seele der Nation“
Die britische Regierung befindet sich derzeit in einer Krise, Premier Keir Starmer selbst ist mit Rücktrittforderungen konfrontiert. Er hatte mit Blick auf Robinsons Kundgebung angekündigt, Extremisten die Einreise nach Großbritannien verbieten zu wollen. „Dies ist nichts Geringeres als ein Kampf um die Seele unserer Nation“, zitiert der „Guardian“ Starmer.
Bystron hatte bereits im vergangenen Jahr als Redner auf einer Demonstration von Tommy Robinson in London gesprochen und sich dabei scharf gegen Migration ausgesprochen. „Eure Feinde sind unsere Feinde, euer Kampf ist unser Kampf“, hatte er dort gerufen. „Wir werden niemals aufgeben.“ Er sprach über Vergewaltigungen von Frauen und Tötungen durch Messerangriffe, kritisierte Richter, „die diesen Abschaum freilassen“, sowie eine angebliche „Lügenpresse“, die den rechten Kampf verhindere.