Umfrage
Die Brandmauer wackelt gewaltig
21.07.2026 – 00:24 UhrLesedauer: 2 Min.
Wie umgehen mit der AfD? Eine Mehrheit der Deutschen lehnt die Zusammenarbeit mit der Partei nach wie vor ab. Doch eine andere Zahl lässt aufhorchen.
Bislang sorgte die Brandmauer dafür, dass die etablierten Parteien eine Zusammenarbeit mit der in Teilen rechtsradikalen AfD stets ausgeschlossen haben. Doch dieser demokratische Konsens ist längst nicht mehr einhellig – weder in der Politik noch in der Bevölkerung. Und demnächst stellt sich die Frage wohl drängender denn je: Wie umgehen mit der Partei?
In wenigen Wochen stehen die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt an und die AfD könnte in beiden Ländern die stärkste politische Kraft werden. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Magazin „Stern“ und des TV-Senders RTL lehnen 58 Prozent der Deutschen Koalitionen mit der AfD ab. Allerdings: 39 Prozent sind für eine Lockerung der sogenannten Brandmauer. Drei Prozent hatten keine Position zu der Frage.
Deutschland in der AfD-Frage klar gespalten
Das bedeutet, dass die Brandmauer zwar nach wie vor steht, aber sie wackelt gewaltig. Im Juni 2023 lehnten mit 73 Prozent noch weit mehr Bundesbürger Koalitionen mit der AfD ab. Nur 22 Prozent sprachen sich seinerzeit für eine Zusammenarbeit mit der AfD aus. In den vergangenen drei Jahren konnte die Rechts-Partei die Zustimmung in dieser Frage also nahezu verloren.
Bezeichnend ist dabei die Verteilung der Sympathien für die AfD zwischen West und Ost. Während sich im Westen Deutschlands mit 61 Prozent eine deutliche Mehrheit gegen Regierungsbildungen mit der AfD auf Länderebene ausspricht, sieht eine knappe Mehrheit im Osten dies anders. Hier sagen 53 Prozent, die anderen Parteien sollten künftig Regierungskoalitionen mit der AfD eingehen.
Von den Anhängern der AfD meinen aktuell 91 Prozent, dass die anderen Parteien mit „ihrer“ Partei politisch zusammenarbeiten sollten. Von den Anhängern aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien lehnt jeweils eine große Mehrheit Koalitionen mit der AfD ab.
