Diese Kindersitze sind lebensgefährlich

Dringende Warnung des ADAC


06.10.2026 – 10:29 UhrLesedauer: 2 Min.

Gefährliche Mängel: Bei zwei Kindersitzen können sich laut ADAC die Gurtschlösser öffnen und brechen. (Quelle: adac)

Zwei beliebte Kindersitze sind beim ADAC-Test durchgefallen. Die Mängel sind so gravierend, dass der Club vor der Weiternutzung warnt.

Noch bevor der ADAC Ende Oktober seinen großen Herbst-Gesamttest veröffentlicht, warnt der Automobilclub vor zwei gefährlichen Kindersitzen. Die Babyschale „Britax Römer Baby-Safe Pro“ (mit der Basis „Vario Base 5Z“) und der Kleinkindsitz „Axkid Minikid Core“ versagten bei den aktuellen Frontalaufpralltests in Liegeposition. Beide Modelle erhielten vorab die Note 5,5 („mangelhaft“).

Gurtschloss öffnet sich selbst

Britax Römer Baby-Safe Pro: Wenn der Kindersitz flach auf der Basis arretiert ist, kann ein Aufprall das Gurtschloss sprengen. (Quelle: Ralph Wagner)

Beim Britax Römer Baby-Safe Pro besteht ein Risiko bei flacher Schlafposition. Wenn die Schale auf der Isofix-Basis so arretiert ist, dass sie flach steht, kann sich das Gurtschloss im Falle eines Frontalaufpralls von selbst öffnen und das Kind aus dem Sitz schleudern. Der ADAC rät Eltern deshalb, die Schale auf der Basis vorerst nur aufrecht zu nutzen. Wer die Babyschale ohne die Isofix-Station direkt mit dem Dreipunktgurt des Autos anschnallt, sichert das Kind in allen Positionen zuverlässig.

Axkid Minikid Core: Beim Frontalaufprall kann das Schloss aus der Sitzschale reißen. (Quelle: Ralph Wagner)

Beim Axkid Minikid Core kann sich der Stützfuß in der Liegeposition bei einem Aufprall entriegeln. Zudem bricht das Gurtschloss komplett aus der Sitzschale heraus. Zwar hielt der Sitz im Test den Dummy, dennoch drohen im Falle eines Unfalls schwerste Verletzungen. Die Tester warnen deshalb ausdrücklich vor der Weiternutzung.

So reagieren die Hersteller

Die beiden Hersteller reagierten umgehend auf die vorab übermittelten Ergebnisse. Britax Römer sucht derzeit nach der technischen Ursache. Da die abschließende Bewertung noch aussteht, verzichtet das Unternehmen bislang auf einen Rückruf oder einen kostenlosen Austausch.

Der schwedische Hersteller Axkid hat hingegen den Verkauf des Modells „Minikid Core“ gestoppt und ruft die Sitze freiwillig zurück. Betroffene Kunden können das mangelhafte Produkt kostenlos gegen das Nachfolgemodell „Minikid 4 Pro“ eintauschen.

Diese Rechte haben betroffene Eltern

Während Axkid-Käufer durch den Rückruf sofort einen neuen Sitz erhalten, müssen Kunden von Britax-Römer warten. Ein automatisches Umtauschrecht gibt es ohne formellen Rückruf nicht. Reine Testergebnisse begründen keinen gesetzlichen Anspruch auf Rückgabe oder Umtausch.

Der ADAC rät Besitzern der Britax-Kombination deshalb, sich direkt an den Kundenservice des Herstellers oder an ihren Händler zu wenden und um Kulanz zu bitten. Die vollständigen Ergebnisse des Kindersitztests erscheinen am 20. Oktober.

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