1860 München steigt ab

So könnte St. Pauli jetzt vom Lizenz-Chaos profitieren


Aktualisiert am 03.06.2026 – 20:32 UhrLesedauer: 2 Min.

Hitziges Regionalliga-Duell zwischen St. Pauli und dem HSV (Archivbild): Die U23 des FCSP darf nach dem Abstieg plötzlich auf den Klassenerhalt hoffen. (Quelle: IMAGO/Roberto Seidel)

Finanzielle Probleme bei 1860 München könnten jetzt eine Kettenreaktion auslösen. Davon würde am Ende ausgerechnet der FC St. Pauli profitieren.

Der FC St. Pauli erlebte sportlich zuletzt bittere Tage: Die Profis stiegen aus der Bundesliga ab, die U23 aus der Regionalliga Nord. Doch für die kleinen „Kiezkicker“ gibt es plötzlich wieder Hoffnung – wegen der finanziellen Probleme eines Drittligisten.

Der TSV 1860 München musste bis zum 3. Juni um 17 Uhr Finanzmittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro nachweisen. Doch der Verein konnte laut eigenen Angaben den Liquiditätsnachweis beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht erbringen. Der Noch-Drittligist schrieb dazu: „Ursächlich dafür ist eine nicht erfüllte Finanzierungszusage unseres Gesellschafters Hasan Ismaik und der mit ihm verbundenen Unternehmen.“

Nun steigt der Traditionsverein trotz des sportlichen Klassenerhalts in die Regionalliga Bayern ab. Der DFB muss den Fall noch abschließend prüfen, so die Nachrichtenagentur dpa.

Keine Lizenz für 1860? So würde das St. Paulis U23 retten

Von dem Abstieg würde zunächst der TSV Havelse profitieren. Die Niedersachsen waren als Tabellen-17. eigentlich aus der 3. Liga abgestiegen, dürften nun aber doch in der Liga bleiben. Laut DFB-Spielordnung rückt ein Verein ohne Zulassung automatisch ans Tabellenende, die Zahl der Absteiger reduziert sich entsprechend.

Die Auswirkungen wären allerdings auch in Hamburg spürbar. Denn durch den Verbleib von Havelse in der 3. Liga würde in der Regionalliga Nord ein Platz frei bleiben. Davon könnte wiederum die U23 des FC St. Pauli profitieren. Die Mannschaft war sportlich als Tabellen-16. abgestiegen. Laut NFV-Spielordnung würde sie in diesem Fall aber den freien Platz erhalten und doch noch in der Regionalliga bleiben.

Ein vergleichbares Szenario gab es zuletzt in der Saison 2020/21. Damals erhielt der KFC Uerdingen trotz des Klassenerhalts keine Lizenz für die folgende Spielzeit. Der SV Meppen blieb dadurch nachträglich in der 3. Liga.

Chaos bei 1860 München entscheidet Oberliga Hamburg

Auch die Oberliga Hamburg blickt deshalb gespannt nach München. Sollte St. Paulis U23 in der Regionalliga bleiben, würde sich die Lage bei der SSG Nikola Tesla entspannen. Der Klub beendete die Saison als 15. und muss aktuell noch um den Klassenerhalt zittern, falls der Eimsbütteler TV den Aufstieg in die Regionalliga Nord verpasst.

Der Hintergrund: Die Oberliga Hamburg ist auf 18 Mannschaften und drei Absteiger festgelegt. Da mit Altona 93 und St. Paulis U23 bislang zwei Hamburger Vereine als Regionalliga-Absteiger feststehen, müsste ohne ETV-Aufstieg ein zusätzlicher Oberligist absteigen – das wäre Nikola Tesla. Bleibt St. Paulis Zweitvertretung doch in der Regionalliga, würde der Verein entsprechend in der Oberliga Hamburg bleiben.

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