Das bittere Ende einer Strategie?
Mercedes wollte Luxus – und verliert den Markt
Aktualisiert am 10.04.2026 – 12:39 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Absatz sinkt, der Gewinn bricht ein: Mercedes verliert immer mehr Kunden. Die Krise hat ihren Ursprung im Stuttgarter Hauptquartier. Welche Chancen dem Konzern jetzt noch bleiben.
Stuttgart kämpft gegen den Abstieg. Im ersten Quartal verkaufte Mercedes deutlich weniger Fahrzeuge als noch im Vorjahreszeitraum. Dass ein größerer Einbruch ausblieb, liegt vor allem an der stabilen Nachfrage in Europa und den USA.
Die Zahlen sind ernüchternd: 499.700 Pkw und Vans setzte der Konzern ab. Das ist ein Minus von sechs Prozent. Besonders schwer wiegt der Rückgang in China. Dort brach der Absatz um 27 Prozent ein. Auch das Van-Geschäft entwickelte sich rückläufig und sank um drei Prozent auf 80.300 Einheiten.
Mercedes verweist auf neue Modelle und das schwierige wirtschaftliche Umfeld. Doch der Einbruch trifft den Konzern ins Mark: China war jahrelang der Motor, der Mercedes zog. Jetzt stottert er.
Die Misere ist auch die Folge einer riskanten Strategie. Konzernchef Ola Källenius trimmte Mercedes konsequent auf Luxus: Er strich kleinere Modelle und erhöhte die Preise. In guten Zeiten bringt das hohe Gewinne, doch in der Krise schreckt es die Kunden ab.
Und genau diese Entwicklung zeigt sich längst im Markt. Händler berichten von spürbarer Zurückhaltung. Vor allem die Elektroautos bleiben im Showroom stehen. Ein Design, das nicht alle Kunden überzeugt, erschwert die Nachfrage zusätzlich.
Die Quittung steht längst in den Bilanzbüchern: Allein 2025 halbierte sich der Gewinn nahezu auf 5,3 Milliarden Euro.
Doch es gibt auch Lichtblicke: Ohne Berücksichtigung des China-Geschäfts konnte Mercedes den Absatz ein wenig steigern. In Europa und den USA blieb die Nachfrage stabil, teils stieg sie sogar.
Vertriebschef Mathias Geisen setzt nun alles auf die neuen Modelle, um die Zahlen wieder nach oben zu treiben. Das Ziel steht fest: Bis 2030 will Mercedes wieder zwei Millionen Autos pro Jahr verkaufen. Doch der Weg dorthin führt nur über die Kunden, die Mercedes gerade verliert.









