Abnehmspritzen Ozempic und Wegovy
Warum die meisten die Behandlung abbrechen
Aktualisiert am 02.03.2026 – 16:48 UhrLesedauer: 2 Min.
Immer mehr Menschen greifen zu Medikamenten wie Ozempic oder Wegovy, um ihr Gewicht zu reduzieren. Doch mehr als die Hälfte setzt die Behandlung schon im ersten Jahr wieder ab – mit möglichen Folgen für die Gesundheit.
Millionen Menschen weltweit nutzen Medikamente aus der Gruppe der sogenannten GLP-1-Rezeptor-Agonisten, die den Appetit zügeln und beim Abnehmen helfen sollen. Doch laut einer aktuellen Analyse aus Dänemark beendet rund jeder Zweite die Einnahme innerhalb von zwölf Monaten. Das ist problematisch, denn nach einem Abbruch nehmen viele wieder zu.
Die Forscher untersuchten Daten von mehr als 77.000 Erwachsenen, die Semaglutid, bekannt unter Handelsnamen wie Ozempic oder Wegovy, zur Gewichtsreduktion nutzten, ohne an Diabetes zu leiden.
„Dieses Ausmaß an Abbrüchen ist besorgniserregend, da diese Medikamente nicht als kurzfristige Lösung gedacht sind“, sagt Studienautor Reimar W. Thomsen von der Universität Aarhus (Dänemark). Nur eine langfristige Einnahme könne die positiven Effekte auf Appetit und Gewicht sichern.
Die Analyse zeigt klare Unterschiede:
Ein Monatsbedarf an Ozempic kostet in Dänemark bis zu 313 Euro – eine Summe, die meist nicht von den Krankenkassen übernommen wird. Zum Vergleich: In Deutschland liegen die Kosten bei etwa 120 Euro.
Auch Nebenwirkungen spielten eine Rolle. Wer bereits Medikamente gegen Magen-Darm-Beschwerden oder psychische Erkrankungen einnahm, beendete die Behandlung häufiger. Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall zählen zu den häufigsten Begleiterscheinungen.
Die Forscher warnen: Wer die Behandlung abbricht, riskiert einen Jo-Jo-Effekt. Denn der Appetit steigt nach dem Absetzen wieder, verlorenes Gewicht wird oft rasch zurückgewonnen. Thomsen betont: „Es ist entscheidend, zu verstehen, welche Patientengruppen am meisten Unterstützung brauchen, damit sie von diesen Medikamenten langfristig profitieren.“
Die Mittel gelten nicht nur als Hilfe beim Abnehmen. Studien deuten darauf hin, dass sie auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Suchterkrankungen oder sogar bestimmte Krebsarten positiv beeinflussen könnten.
