Gut zu wissen
Abgestandenes Wasser – trinken oder weg damit?
Aktualisiert am 24.07.2026 – 14:28 UhrLesedauer: 3 Min.
Wasser ist ein idealer Durstlöscher. Abgestandenes Wasser zu trinken, ist allerdings nicht unbedingt ratsam. Warum das so ist und was Sie beachten sollten.
In Deutschland wird die Qualität von Trinkwasser streng kontrolliert. So darf das Wasser weder Krankheitserreger noch andere Stoffe in Mengen enthalten, die gesundheitsschädlich sein könnten. Daher lässt sich hierzulande auch frisches Leitungswasser normalerweise bedenkenlos trinken. Abgestandenes Wasser kann hingegen eine deutlich schlechtere Qualität haben.
Das Problem betrifft praktisch alle. Denn es passiert ständig, dass Trinkwasser in den Rohrleitungen von Häusern über längere Zeit steht, statt zu fließen: etwa über Nacht oder wenn die Bewohnerinnen und Bewohner abwesend sind. Aus jedem Wasserhahn, der seit mehreren Stunden nicht benutzt wurde, kommt also erst einmal abgestandenes Wasser – auch Stagnationswasser genannt.
Warum abgestandenes Wasser problematisch sein kann
Von fraglicher Qualität ist abgestandenes Wasser aus zwei Gründen: Erstens kann es schädliche Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen in größerer Menge enthalten als frisches Wasser. Zweitens können sich darin Fremdstoffe aus dem Material der Trinkwasserinstallation ansammeln (also aus Leitungen, Schläuchen, Rohrverbindern, Dichtungen und Armaturen).
Dass abgestandenes Wasser verkeimt sein kann, liegt vor allem daran, dass auch einwandfreies Trinkwasser nie völlig frei von Mikroorganismen ist. Diese sind aber für gewöhnlich harmlos und/oder nur in geringer (und somit unproblematischer) Konzentration im Wasser vorhanden. Wenn Wasser in der Leitung steht, können sich Mikroorganismen – auch schädliche – darin jedoch leichter vermehren. Je mehr Zeit ihnen dazu bleibt, desto höher ist die Keimbelastung.
Gleiches gilt für die Belastung von Leitungswasser mit Fremdstoffen wie Nickel, Kupfer, Eisen oder (selten) Blei. Dass sich aus dem Material der Trinkwasserinstallation Stoffe lösen und ins Wasser übergehen, lässt sich zwar nie ganz vermeiden – auch nicht bei technisch einwandfreien Installationen. Doch je älter abgestandenes Wasser aus der Leitung ist, desto größer kann die Menge der darin angesammelten Stoffe sein.
Abgestandenes Wasser in der Leitung – was tun?
Ob abgestandenes Wasser Keime oder Fremdstoffe in schädlicher Konzentration enthält, ist mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Daher empfehlen Fachleute, auf Nummer sicher zu gehen. Das bedeutet: Trinkwasser, das vier Stunden oder länger in der Leitung gestanden hat, sollte man nicht zur Zubereitung von Speisen und Getränken nutzen, sondern
- aus einem vorübergehend (ab vier Stunden) ungenutzten Wasserhahn das Wasser erst einmal so lange laufen lassen, bis es sich deutlich kühler anfühlt. Dann ist es wieder frisch.
- dauerhaft selten genutzte Wasserhähne – etwa im Gäste-WC, im Garten oder in einer leer stehenden (Ferien-)Wohnung – regelmäßig aufdrehen, um die Leitungen durchzuspülen.
- bei voraussichtlich länger als vierwöchiger Nichtnutzung von Wasserleitungen diese vorher vom übrigen Leitungsnetz abtrennen und bei erneuter Inbetriebnahme durchspülen.
