Fast 500 Euro mehr
Sattes Lohn-Plus: Abgeordnete knacken die nächste Marke
27.02.2026 – 16:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Bezüge der Bundestagsabgeordneten steigen ab Juli deutlich. Ausschlaggebend ist die allgemeine Lohnentwicklung in Deutschland.
Die 630 Abgeordneten des Bundestags erhalten ab dem 1. Juli 4,2 Prozent mehr Geld. Das entspricht einem monatlichen Plus von 497 Euro. Die „Bild“-Zeitung hat den Betrag auf Basis der aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zur Lohnentwicklung berechnet.
Konkret erhöhen sich die steuerpflichtigen Bezüge von bislang 11.833,47 Euro auf rund 12.330 Euro im Monat. Damit überschreiten die Abgeordneten erstmals die Marke von 12.000 Euro.
Hintergrund ist der sogenannte Nominallohnindex. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag lagen die Nominallöhne im Jahr 2025 um 4,2 Prozent höher als im Vorjahr. An diese Entwicklung sind die Diäten seit 2014 gesetzlich gekoppelt. Steigen die Löhne im Durchschnitt, steigen automatisch auch die Abgeordnetenbezüge – im selben prozentualen Umfang.
Neben dem Nominallohnplus von 4,2 Prozent verzeichnete die Statistik für 2025 einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,2 Prozent. Unter dem Strich ergab sich damit ein Reallohnzuwachs von 1,9 Prozent. Nach Rückgängen in den Jahren 2020 bis 2023 näherten sich die Reallöhne damit wieder dem Niveau von 2019 vor der Corona-Pandemie.
Besonders stark legten 2025 die Verdienste im unteren Einkommensbereich zu. Das unterste Fünftel der Vollzeitbeschäftigten kam auf ein Nominallohnplus von 6 Prozent. Auch Auszubildende verzeichneten mit 6,3 Prozent ein überdurchschnittliches Wachstum. Beim obersten Fünftel lag der Anstieg dagegen nur bei 3,7 Prozent.
Aus den neuen Zahlen geht auch hervor, dass unter den Vollzeitbeschäftigten die Nominallöhne von Frauen mit durchschnittlich 4,8 Prozent stärker stiegen als die von Männern mit 4,1 Prozent.
Eine gesonderte Abstimmung über die Diätenerhöhung ist nicht nötig. Der Bundestag hatte zu Beginn der laufenden Legislaturperiode beschlossen, das automatische Anpassungsverfahren für die gesamte Mandatsdauer fortzuführen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) muss die Anpassung nur noch als Drucksache veröffentlichen, anschließend tritt sie in Kraft.
Klöckner profitiert als Amtsinhaberin doppelt. Neben ihrer Abgeordnetenentschädigung erhält sie ein zusätzliches Amtsgehalt in Höhe einer weiteren Diät. Ihre monatlichen Bezüge steigen damit von derzeit 23.666,94 Euro um rund 994 Euro auf etwa 24.661 Euro. Die Stellvertreter des Bundestagspräsidenten erhalten eine halbe zusätzliche Diät.
Auch die Altersversorgung der Parlamentarier erhöht sich. Für jedes Mandatsjahr erwerben Abgeordnete einen Anspruch in Höhe von 2,5 Prozent der jeweiligen Diät. Nach vier Jahren entspricht das zehn Prozent der aktiven Bezüge. Mit der Erhöhung steigt die monatliche Pension nach einer Legislaturperiode von bislang 1.183 Euro auf rund 1.233 Euro. Ein Durchschnittsverdiener müsste für eine vergleichbare gesetzliche Rente nach rund 30 Jahre lang arbeiten.










